Solarfirmen sollen bis Dienstag verbindliche Angebote für Bürgersolarpark abgeben

Schneller als die Sonne

Solarbäume oder nicht? Eine von vielen Fragen, über die sich die Homberger Stadtverordneten noch einig werden müssen. Foto: nh

Homberg. Stellen Sie sich vor, Sie seien Unternehmer. Sie hätten sich auf den Bau von Solarparks spezialisiert. Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie hätten gestern eine Anfrage von der Stadt Homberg bekommen.

Sie sollen ein verbindliches Angebot für einen Solarpark auf einer Gesamtfläche von 18 Hektar abgeben. Das soll nach HNA-Informationen bis Dienstag, 11 Uhr, vorliegen. Sie hätten also knapp zwei Werktage Zeit dafür.

Diese Zeit gibt die Stadt Homberg nach über einem Jahr Diskussion über den Ankauf des Geländes und den Bau von Photovoltaikanlangen darauf, nun einigen Solarfirmen. „Wir haben sie heute aufgefordert und Angebote vorzulegen“, sagte ein Mitarbeiter der Stadt Homberg gestern im HNA-Gespräch.

Nicht genug Zeit

Zwei Tage für ein verbindliches Angebot, über das die Stadtverordneten am Mittwochabend entscheiden: Das hört sich nicht nur knapp an, das ist es auch. Das zumindest sagen Betreiber von kleineren und größeren Solarparks in der Region. „Das ist ziemlich unrealistisch“, sagte der HNA der Pressesprecher einer Solarfirma. Zumindest dann, wenn man im Vorfeld nicht schon Interesse an dem Gelände gehabt und einige Vorarbeit geleistet habe. „Man muss mindestens ein Mal hinfahren, dann muss man das Gelände vermessen und man muss eine Wirtschaftlichkeitsberechnung aufstellen.“ Der Inhaber eines anderen Solar-Unternehmens betont, dass diese Reaktionszeit für ein verbindliches Angebot einfach zu knapp bemessen sei. „Wir können kurzfristig reagieren, aber nicht so kurzfristig“, fügt er an.

Axel Bensch von der Edertaler Firma Consolaris sagt, dass man in zwei Tagen eigentlich nur ein Grobangebot abgeben könne. „Es gilt noch vieles zu erfragen und abzuklären“, betont er. Zum Beispiel der Aufwand für Renaturierungsmaßnahmen, die Erschließungskosten und mehr. Für ein verbindliches Komplettangebot benötige man etwa zwei bis drei Wochen.

Hoffen auf Angebote

Auf möglichst viele und gute Angebote hoffen die Stadtverordnete. Ein konkretes Angebot liegt bereits seit einiger Zeit vor. Während der Sitzung am Donnerstag wurde ein weiteres, bislang nicht verbindliches Angebot bekannt. Dabei gehe es um einen Bürgersolarpark, hieß es. Einen solchen würde man bevorzugen, sagten die Fraktionen. Denn schließlich sei es dann städtisches Gelände und das Geld eines Bürgersolarparks fließe auch wieder in die Region.

Deshalb heißt es in dem Schreiben an die Solarfirmen auch: „Bei Bürgerbeteiligung gilt, dass die Kundenwerbung zunächst im Stadtgebiet von Homberg (Efze) erfolgen soll. Anschließend im Landkreis Schwalm-Eder, danach in der Region Nordhessen und abschließend in Deutschland.“

Möglichst sollen deutsche Module und Technologie beispielsweise der Firma SMA verwendet werden, heißt es weiter. Am Mittwoch soll nun eine Entscheidung fallen. Dann wird sich auch die Zukunft des Schäferbetriebs entscheiden, der auf dem Gelände mit seinen 800 Mutterschafen weidet. Sollten keine Solarbäume aufgestellt werden, dann sei dass das Aus für sein Unternehmen, sagte Schäfer Hans-Jürgen Rindt im HNA-Gespräch (wir berichteten).

Quelle: HNA

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