Neuer Defibrillator liefert Befund aus dem Rettungswagen ins Krankenhaus

Schnellere Hilfe bei Infarkt dank Funk

Fritzlar. Zeit spielt bei einem Herzinfarkt eine große Rolle, eine schnelle Behandlung beeinflusst die Qualität der Genesung. Das Fritzlarer Krankenhaus und das Deutsche Rote Kreuz benutzen daher in ihrem Rettungswagen einen Defibrillator mit eingebautem EKG (Elektrokardiogramm).

Dieser liefert die Daten per Funk in das Krankenhaus. So ist bei akuten Herzproblemen die Diagnose schon vor dem Patienten im Krankenhaus, die gezielte Behandlung kann vorbereitet werden.

Das Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar benutzt den Defibrillator zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) seit acht Wochen.

Das Besondere sei, dass die vor Ort beim Patient ermittelten Daten per Funk direkt nach Fritzlar ins Krankenhaus übertragen werden, sagte Dr. Wolfgang Dausch, Ärztlicher Leiter und Kardiologe am Fritzlarer Hospital zum Heiligen Geist. Gleichzeitig werde der Bereitschaftsdienst im Herzkatheterlabor alarmiert. Während der Patient noch vom Notarzt versorgt werde, habe das Team im Hospital zum Heiligen Geist die Patientendaten auf dem Bildschirm und bereite alles für die anschließende Behandlung vor. So spare man viel wertvolle Zeit.

Der Patient müsse dazu auf schnellstem Weg in ein Krankenhaus mit einem Herzkathederlabor gebracht werden. Ideal sei es, wenn der Patient 60 Minuten nach dem Herzinfarkt im Herzkatheterlabor behandelt werden könnte. Diese Speziallabore gebe es außer in Fritzlar auch in Kassel, Schwalmstadt, Rotenburg und Marburg.

Das Gerät wurde vom DRK-Kreisverband Schwalm-Eder für 22.000 Euro gekauft und gehört seitdem zu seiner Ausstattung. Kosten, die für die Übermittlung der Patientendaten vom Gerät zum Hospital zum Heiligen Geist entstehen, sowie die Kosten für Lizenzen und Software, trage das Fritzlarer Krankenhaus. Das seien, wie Dr. Dausch sagte, zwei bis drei tausend Euro gewesen. Vor der Anschaffung des Defibrillators habe es einen Probelauf gegeben. Das Projekt wurde von Funktionsoberarzt Andrej Jurgilewitsch geleitet.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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