Schnelles Ende für Adler: Kneipenfest-Besucher standen vor verschlossener Tür

+
Es war einmal: Ludger Schweigmann vor dem Adler am Melsunger Rathaus Die Gaststätte ist seit kurzem dicht. Beim Kneipenfest standen die Menschen vor verschlossener Tür.

Melsungen. Vor einer verschlossenen Tür standen am Samstag die Besucher des Melsunger Kneipenfestes am Adler. Durch die getönten Scheiben waren drinnen hochgestellte Stühle zu erkennen. Von den sechs angekündigten Lokalen spielte nur in fünfen die Musik.

Der Adler ist seit Ende April geschlossen. Und die Gäste, die dort die Kastrierten Kannibalen sehen und hören wollten, waren enttäuscht. Für zehn Euro Eintrittsgeld gab es nur Einlass in fünf Kneipen.

Das sei „höhere Gewalt“ gewesen beim Melsunger Kneipenfest, sagt Veranstalter Thomas Schmidt von der Agentur Eventmarketing im sächsischen Thermalbad Wiesenbad. „Soviel wir wissen hat die Brauerei dem Betreiber kurzfristig den Pachtvertrag gekündigt.“ Gastwirt im Adler war Ludger Schweigmann, in Melsungen als Gastronom aus verschiedenen Häusern bekannt. Auch die Bewirtung im verzauberten Schlossgarten mit Musik in Biergarten-Atmosphäre oblag seiner Verantwortung. Gestern war der Schweigmann für eine Stellungnahme gegenüber der HNA nicht zu erreichen.

Doch dass die Hessische Löwenbier Brauerei als Pächter der Gaststätte den entscheidenen Schritt getan hat, das bestätigte auf HNA-Anfrage Verkaufsleiter Norbert Pustlauk. „Wir haben die Geschäftsbeziehung mit Herrn Schweigmann beendet.“ Was der Auslöser war, darüber wollte sich der Brauereisprecher nicht äußern: „Die Gründe sind Interna.“

Das Aus kam sechs Tage vor dem Kneipenfest. Selbst seine eigenen Leute hätten Anfang vergangener Woche am Adler plötzlich vor verschlossener Tür gestanden, berichtet Kneipenfest-Veranstalter Thomas Schmidt. „Wir waren von der ganzen Situation überrascht.“

Bis zur letzten Minute hätten sich die Brauerei und die Eventagentur um eine Lösung bemüht, weiß die Melsunger Citymanagerin Daniela Sperling. „Wir hatten überlegt, ob mit Ständen und Zelten was zu machen sei, da gab es viele Möglichkeiten.“ Die Brauerei habe auch überlegt, ob sie „in ihrer Immobilie jemanden einsetzen“. Doch letztlich sei niemand gefunden worden, der kurzfristig den Ausschank habe machen können.

„Und auch die Hessische Löwenbier Brauerei hatte kein Ausweichobjekt“, sagte Kneipenfest-Veranstalter Thomas Schmidt. Das sei zwar schade, aber nicht zu ändern gewesen. „Es war für alle Beteiligten eine blöde Situation.“ Nichts wissen will er von der Kritik, dass die Besucher für sechs Kneipen Eintritt bezahlt haben, aber nur in fünf Lokalen Einlass gewährt wurde. In der Hubertusklause tobte die Stimmung mit den Jungletones, drei Musikern, die Hand gemachten Blues, Jazz, Country und Rock spielten. Und in der Stadtschänke unterhielt Peter Kick mit zeitlosen Songs für Kenner, die das Publikum anzogen ebenso wie andere im Café Krone, im Gasthaus Hopfenblüte und in der Pizzeria Rialto.

500 Menschen hätten einen schönen Abend gehabt, bilanziert Schmidt. Die seien „im Großen und Ganzen zufrieden“ gewesen. Und schließlich habe es vom Vorfeld gehießen: „Programmänderungen vorbehalten.“

Er selbst habe den Musikern, die eigentlich im Adler Stücke der Stones, von U2 und AC/DC hätten spielen sollen, ein Ausfallhonorar zahlen müssen. „Auch wir hatten einen Schaden aus der Sache.“ Dennoch habe das Melsunger Publikum „eine adäquate Situation geboten bekommen“.

Auch Brauerei-Verkaufsleiter Norbert Pustlauk, der allerdings selbst beim Kneipenfest nicht dabei war, findet, dass die Veranstaltung gelungen gewesen sei. „Das klingt nach einer Wiederholung – und dann hoffentlich auch mit einem gut belebten Adler.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare