Telekom will Problem in den nächsten drei Jahren beheben 

Schnelles Internet gibt's in Gensungen nicht für alle 

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Er surft deutlich langsamer als seine Nachbarn: Das findet der Gensunger Jan-Moritz Strack ärgerlich.

Gensungen. Gensungen ist laut Telekom seit April 2016 ans schnelle Internet angeschlossen. Ganz Gensungen? Nein: Einige Bewohner des Felsberger Stadtteils surfen bis heute langsamer.

Das Problem

Wenn Jan-Moritz Strack richtig schnelles Internet nutzen will, müsste er zu seinen Nachbarn gehen. Der 32-Jährige wohnt im Gensunger Giesenweg und kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 Mbit/s im Netz surfen. Seine direkten Nachbarn hingegen verfügen über VDSL 100 mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Mbit/s. Damit ist Strack nicht allein, vielen anderen Internetnutzern in Gensungen geht es ähnlich wie ihm. Wie viele Haushalte betroffen sind, konnte die Telekom auf Anfrage nicht sagen.

„Für den normalen Gebrauch reichen 25 Mbit/s“, räumt Strack ein. Aber Filme online ansehen könne man sich mit dieser Internetgeschwindigkeit kaum.

Gensungen ist kein Einzelfall: Es kommt bundesweit oft vor, dass innerhalb eines Ortes einige Haushalte vom Breitbandausbau profitieren, andere hingegen nicht.

Die Ursache

Warum das so ist, erklärt George McKinney, Pressesprecher der Telekom. Jan-Moritz Strack gehöre zu den Internetnutzern, die im Nahbereich wohnen – das heißt, maximal 550 Meter von der Vermittlungsstelle entfernt. „Dort münden alle Leitungen aus dem Ort“, sagt McKinney. Haushalte im Nahbereich sind direkt an die Vermittlungsstelle angeschlossen. Außerhalb des Nahbereichs ist zwischen die Vermittlungsstelle und den Haushalt ein Multikfunktionsgehäuse geschaltet – das sind die grauen Kästen am Straßenrand. Diesen Bereich konnte die Telekom bereits mit schnellem Internet versorgen. Für den Nahbereich gelten beim Breitbandausbau hingegen besondere Regeln.

Aus technischen Gründen kann im Nahbereich nur ein Anbieter die Technik einsetzen, die eine schnellere Internetverbindung (mehr als 25 Mbit/s) ermöglicht. Eine Grundsatzentscheidung darüber, wer dies anbieten darf, stand aus: „Die Entscheidung dazu haben EU-Kommission und Bundesnetzagentur erst im August 2017 getroffen“, sagt McKinney. Daher wurde bisher darauf verzichtet, im Nahbereich schnelleres Internet anzubieten.

Der Zeitplan

Die Telekom hat nun die Auflage, innerhalb einer Frist von drei Jahren – ab August 2017 – die Internetversorgung in den Nahbereichen auszubauen. Das heißt, auch der Gensunger Jan-Moritz Strack kann sich auf schnelleres Internet freuen.

Wann genau der Nahbereich in Gensungen angeschlossen wird, kann Telekom-Sprecher McKinney noch nicht sagen.

Aus seiner Sicht könnten die Nutzer aber auch mit dem etwas langsameren Internet durchaus zufrieden sein: „Mit 25 Mbit/s sind Sie auch nicht auf der Kriechspur unterwegs“, sagt er.

Quelle: HNA

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