Schnellröder demonstrierten für Erhalt des Dorfgemeinschaftshauses

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Angst um das Dorfgemeinschaftshaus: Mit einer Demonstration am Freitagmittag wollten die Schnellröder darauf aufmerksam machen, wie wichtig ihnen ihr DGH ist. Ortsvorsteher Thomas Jung (links, mit Megafon) führte den Zug durch den Stadtteil an.

Schnellrode. 45 Schnellröder versammelten sich am Freitagmittag, um für den Erhalt ihres Dorfgemeinschaftshauses zu demonstrieren. Sie haben Angst, dass das Haus nicht erhalten werden kann, wenn Investitionen anfallen, die die Stadt nicht bezahlen kann.

„Wir fühlen uns von der Stadt nicht wahrgenommen und wollen durch die Demonstration auf uns aufmerksam machen“, erklärte Ortsvorsteher Thomas Jung, der vor den versammelten Schnellrödern per Megafon eine Ansprache hielt.

„Das Haus wird kaputt gespart“, erklärte Demonstrant Erich Oeste. Er wolle nicht mehr zugucken, bis das Haus verrotte und nichts mehr machbar sei. Denn wenn einmal eine größere Investition anfallen würde, dann müsse über den Erhalt erneut verhandelt werden.

Das Spangenberger Parlament hatte im Mai 2015 beschlossen, die DGHs in Kategorien einzuteilen.Schnellrode wurde der Gruppe 2 zugeteilt. Damit zählt das Haus zu denen, die weiter betrieben werden bis eine größere Investition ansteht. Dann müsste geprüft werden, ob das Haus noch erhalten werden kann.

Per Mund-zu-Mund-Propaganda hatten sich die Schnellröder für Freitag zur Demonstration organisiert, die auch beim Ordnungsamt angemeldet worden war. Mit Traktor, Hund, Kind, Musik und Blashorn zogen die 45 Teilnehmer durch den Stadtteil, der 230 Einwohner hat. Auch die Polizei war bei der Kundgebung dabei.

„In der DGH Sache steht nicht das Dorf gegen den Bürgermeister“, stellte Ortsvorsteher Jung klar. „Aber wir wollen, dass die Stadt aufwacht.“ Deshalb gab es auch klare Botschaften auf den Plakaten der Demonstanten: „Spangenberg will unsere Tradition verkaufen“ und „Erst verkommen lassen, dann verkaufen.“

Um das Haus in gutem Zustand erhalten zu können, müsste es unter anderem wärmeisoliert werden. Das würde die Stadt Geld kosten. „Wir wären aber auch bereit, die Sache mit anzupacken“, sagten einige der Demonstranten.

Bürgermeister Peter Tigges kam persönlich zur Kundgebung vor dem Dorfgemeinschaftshaus am Freitag in Schnellrode. Er sagte: „Es war nie die Rede davon, dass das Dorfgemeinschaftshaus geschlossen werden muss.“ Die Demonstration der Schnellröder sei aber keineswegs unnötig, sondern sie setze ein Zeichen. „Es ist toll zu sehen, dass großes Interesse an dem Erhalt des Dorfgemeinschaftshauses besteht und die Menschen aus dem Stadtteil sich dafür engagieren wollen.“ Tigges betrachtet die Aktion als eine Art Vorsorge der Schnellröder, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

Quelle: HNA

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