Schnetzen packen zu

Ellenberg: Reges Vereinsleben und viele helfende Hände

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Frank Schmidt ärgert sich über die angekokelte Scheibe.

Ellenberg. Mitten in der Schnetzenhalle in Ellenberg hängt eine riesige Heidelbeere an der Decke. Schnetzen - so nennen die Ellenberger ihr Dorf. Der Sage nach fand Chattenkrieger Wiedubald im Quillerwald Heidelbeeren, die so groß waren, dass er sie mit dem Schwert in Stücke (Schnetzen) teilte.

Daher rührt der Spitzname. Das 700-Seelen-Dorf hat aber noch einiges mehr zu bieten als große Heidelbeeren: ein reges Vereinsleben, ein Dorfgemeinschaftshaus mit Bücherei, eine Frauenfußballmannschaft, bei klarem Wetter Sicht bis nach Kassel - und natürlich die Ellenberger.

Sie engagieren sich für ihren Ort, gestalten ihn mit: „Etwa 4000 Arbeitsstunden haben wir in unser Feuerwehrhaus investiert“, sagt Ortsvorsteher Volker Bernhardt. Auch sonst ist vieles in Eigenleistung entstanden: die Schützenhalle und das Dorfgemeinschaftshaus zum Beispiel. Im Grunde gebe es kaum einen Bereich, wo die Ellenberger nicht mit angepackt hätten. Darauf ist Bernhardt auch stolz: „Das ist schon ein Pfund, mit dem nicht jede Gemeinde wuchern kann“, sagt er.

Sehr aktiv sind die Ellenberger Vereine wie die Feuerwehr und der Angel- und Sportverein. Sie engagieren sich auch in der Jugendarbeit. „Wir sind sehr froh, dass wir Nachwuchs haben“, sagt der Vorsitzende des Angelvereins Fuldatal 1962 Frank Müller.

Martina Röhrig, Leiterin der Sparte Frauenfußball beim TSV Ellenberg, teilt diese Freude. Gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Vater hat sie die Frauenmannschaft vor 28 Jahren gegründet. Anfangs seien sie schon ein bisschen belächelt worden, sagt Röhrig. „Aber mittlerweile ist Frauenfußball etabliert, vor allem durch die Frauen-Nationalmannschaft.“

Seit 1988 gibt es auch eine Mädchenmannschaft. Derzeit spielen dort 15 Mädchen im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren, die alle aus der Großgemeinde Guxhagen stammen. „Darauf sind wir natürlich mächtig stolz“, sagt Röhrig.  

Stolz sind die Ellenberger auch auf ihr Dorfgemeinschaftsshaus. „Es wurde 1956 als eines der ersten im Kreis gebaut, auch in Eigenleistung“, erzählt Ortsvorsteher Bernhardt. Dort ist auch die Gemeindebücherei untergebracht. „Die ehrenamtlichen Mitarbeiter geben sich große Mühe und die Bücherei wird toll angenommen“, sagt Bernhardt anerkennend.

Trotz aller Gemeinschaft gibt es auch in Ellenberg Probleme. Eines davon sei Vandalismus, sagen Wehrführer Frank Schmidt und Bürgermeister Edgar Slawik. Immer wieder komme es zu Beschädigungen, zum Beispiel an den Ortstafeln und an der Schnetzenhalle. Dort wurde kürzlich ein Fenster angekokelt. „Das ist sehr ärgerlich und kostet Zeit und Geld“, sagt Slawik.

Für die Zukunft Ellenbergs wünscht sich Ortsvorsteher Bernhardt, dass die Lebensumstände für die Dorfbewohner verbessert werden. Ein wichtiger Punkt sei die Stärkung der öffentlichen Verkehrsmittel und die Verbesserung der Verkehrsanbindung. „Das geht alles gut, solange die Menschen hier mobil sind, aber im Alter wird es schwierig“, beklagt er.

Es gebe aber auch immer wieder junge Familien, die nach Ellenberg zögen und neue Häuser bauten. Ortsvorsteher Bernhardt ist alles in allem optimistisch: „Wir sind guter Hoffnung für Ellenberg“, sagt er.

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Von Nicole Schippers

Quelle: HNA

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