Mit traditioneller Handwerkskunst

Hold-Henners-Hus wird in Wettesingen zum Dorftreff

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Wettesingen. Hold-Henners-Hus in Wettesingen entwickelt sich zu einem Schmuckstück. Das mit 362 Jahren älteste Wohngebäude im Ort mausert sich immer deutlicher zum angestrebten Dorftreff.

Jahrzehntelang war es zuvor ein Schandfleck an der Unteren Straße. Mehr als 10.000 Arbeitsstunden haben die vielen freiwilligen Helfer der ehrenamtlichen Baukolonne des Heimat- und Geschichtsvereins (HuGV) Wettesingen seit Start des vom HuGV vorangetriebenen Mammutprojektes Ende 2009 geleistet. Fein säuberlich hat HuGV-Vorsitzender Hermann Rappe jede einzelne Arbeitsstunde und erst recht jeden Baufortschritt notiert.

Wieder sind Etappenziele erreicht: Die Deele, das Herzstück der künftigen Stätte für Begegnungen bei geselligen und kulturellen Dorfveranstaltungen in der Regie des HuGV, strahlt schon jetzt Behaglichkeit aus. Die aus sanierungstechnischen Gründen eingezogene Zwischendecke ist wieder ausgebaut worden, der Blick kann jetzt ungehindert bis in die Höhe wandern, wo noch eine Galerie mit zusätzlichen Sitzplätzen entstehen soll. Balkenwerk und Gefache sind von Grund auf und in traditionellen Handwerkstechniken instandgesetzt worden. Auf dem Boden liegen massive Eichenholzdielen und im Eingangsbereich uralte Ziegelplatten, die im Schutt des Hauses entdeckt worden waren. Anerkennung findet bei Betrachtern auch der ebenfalls von Vereinsmitgliedern selbst angebrachte Biberschwanzverhang am Giebel der Gartenseite.

Klöntür geschreinert

Genau gegenüber, zur Straße Burgtwete, wartet Hold-Henners-Hus seit kurzem mit einer kleinen, aber feinen Attraktion auf. Eine so genannte Klöntür hat Fritz Schön, gelernter Tischler und langjähriges HuGV-Mitglied, zuhause in seiner Hobbywerkstatt aus heimischem Lärchenstammholz in stabiler Ausführung aufwändig geschreinert. Bei der an eine zweiteilige Pferdestalltür erinnernden Neuerrungenschaft kann zum Schnuddeln mit Passanten das Oberteil geöffnet werden. Den Plan für die gestemmte Rahmentür mit verkeilten Zapfen hat der 78-Jährige einem alten Tischlerbuch entnommen. Auch in allen anderen Angelegenheiten seiner Zunft hat der erfahrene Holzwurm als Ratgeber fungiert oder selbst Hand angelegt. So etwa bei den vier fehlenden Fenstern, die er nach historischer Vorlage aus Eichenholz neu anfertigte.

Rund ums Putzen und Malern, das einmal sein Beruf war, leistete Helmut Berndt (72) wertvolle Hilfe. Auch er setzte durchgehend auf traditionelle Arbeitstechniken und -materialien. Als Dritter im Bunde ehemaliger Handwerker unterstützt Maurermeister Otto Rappe den HuGV nach Kräften.

Von Dorina Binienda-Beer

Quelle: HNA

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