Organisatoren von der Knüll-Touristik retteten Ritterfest – Spaß nicht nur für Kinder

Ritterfest auf Burg Wallenstein: Schnuppern am Mittelalter

Knüllwald. Zurück ins 13. Jahrhundert führte am Wochenende das mittelalterliche Ritterfest auf der Burg Wallenstein in Knüllwald. Die Ritter der fränkischen Flanke belagerten die Ruine mit ihrem Spektakel und zogen viele Besucher an.

Fast wäre das Fest im doppelten Sinne ins Wasser gefallen: Zum einen übernahmen neue Organisatoren die Regie des Festes, das dieses Jahr auszufallen drohte; und außerdem begann das Treiben am Samstag mit einem dicken Regenguss, aber das Wetter besserte sich schnell wieder.

Als Veranstalter war kurzfristig die Knüll-Touristik eingesprungen. Die Starthilfe, die das Wallensteiner Schwimmbad unter der Burg betreut, bewirtete die Gäste, und Christiane Keppler aus Wallenstein organisierte den Markt mit vielen Ständen.

„Das Ritterfest ist das einzige Fest in Wallenstein, das wollten wir nicht verlieren“, sagte sie. Auch die Gemeinde habe sich stark dafür eingesetzt. Das Ritterfest sei ein so genanntes Alleinstellungsmerkmal, hieß es aus dem Rathaus.

Bilder des Festes

Ritterfest in Wallenstein

Für die Ritterschaft hat sich dadurch allerdings nichts geändert, und auch die Besucher merkten davon nichts. Seit Jahren zieht Albrecht Nüchter aus Fulda mit seinen Rittersleuten auf die Burg. Dort bauen sie ihre Zelte auf und spielen für ein Wochenende die damalige Zeit nach, zeigen mittelalterliches Handwerk und Gewohnheiten.

Albrecht Nüchter begeistert sich schon seit seiner Kindheit für die Ritterzeit, in der seine Vorfahren gegen den Fürstabt Bertho von Leibolz kämpften. „Diese Geschichte hat mich in der Kindheit so fasziniert, dass wir immer Ritter statt Cowboy spielten“, sagte er. Und das ist bis heute so geblieben. In seiner Freizeit schlüpft er in die Rolle des Ritters Giso von Steinow, so auch am Wochenende in Wallenstein.

Im großen Topf über dem offenen Feuer brodelte die Kohlsuppe, Musik mit den typischen Klängen der Dudelsäcke vermischte sich mit donnernden Pauken. Kinder warfen mit dem Wurfbeil, eine Gerichtsverhandlung zeigte die harten Strafen des Mittelalters. Pfeilwerfen, Kissenschlachten und Feuerschau zogen die Familien an.

Sie töpferten und ritten, zündelten Feuer mit Stein und Baumpilz und tobten sich auf dem Gelände aus. Leonie, Peer und Alexandra Ried aus Guxhagen hatten eine eigene mittelalterliche Montur angezogen und waren so zur Burg hoch gekommen. Die Mutter tat damit ihren Kindern einen großen Gefallen, weil sie auf diese Weise noch ein Stück mehr in das mittelalterliche Leben eintauchten.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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