Lebensraum auf 200 Metern am Bahnradweg zwischen Oberaula und Hausen zerstört

Schock nach Heckenschnitt

Die Hecke ist fast weg: Der radikale Heckenschnitt am Bahnradweg schockiert Anwohner. Foto: privat

Oberaula. Der großflächige Heckenschnitt am Bahnradweg erregt die Gemüter: Anwohner in Oberaula beschweren sich über die starke Kürzung der Hecke kurz vor dem Frühjahr. Gerade aus Umweltschutzgründen sei es nicht nach vollziehbar, dass so großflächig zurück geschnitten wurde, so die Meinung. Der natürliche Raum für die Tiere wurde zerstört, lautet die Klage.

Denn: An der Strecke zwischen Oberaula und Hausen wurden 200 Meter der Hecke bis auf den Grund herunter geschnitten.

Auch Dr. Wulf Rheinwald vom Nabu-Ortsverband Schwalmstadt findet, der Schnitt sei nicht vorbildhaft. Hecken dürfen geschnitten werden und zwar von November bis Ende Februar, vor der Brutzeit der Vögel. Allerdings sei es nicht mehr üblich die Hecken in der ganzen Länge zu schneiden.

„In Hecken brüten vor allem Grasmücken, Amseln und Laubsänger.“

Dr. Wulf RheinWald Nabu Schwalmstadt

Der Naturschutzbund empfehle, die Hecken in Intervallen zu schneiden und das sei auch eine Empfehlung der Behörden. Dabei werden zehn Meter einer Hecke auf den Stock, also auf zehn bis 20 Zentimeter gekürzt. Dann lasse man 40 Meter Hecke stehen und kürzt die folgenden zehn Meter. Nach zwei Jahren schneide man dann die nächsten Abschnitte, während die anderen Teile wieder austreiben. So bleibe genügend Lebensraum für die Tiere erhalten.

Auch Dr. Klaus Lambrecht, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises beurteilte die Lage anhand eines Fotos: „Leider ist der Heckenzug nicht abschnittsweise auf den Stock gesetzt worden, wie es von uns empfohlen wird. Die Hecke ist zwar nicht beseitigt worden, weil sie wieder austreibt, aber der Lebensraum ist zunächst bis zum Aufwachsen der Hecke nicht mehr vorhanden.“

„In den Hecken brüten vor allem Grasmücken, Amseln und Laubsänger“, sagte Rheinwald. Zwar seien in der Gegend genügend Hecken vorhanden, dennoch sei es nicht ratsam so radikal vorzugehen.

Die Nistkästen, die zurzeit aufgehängt werden, seien für die Höhlenbrüter wie Meisen und den Feldsperling bestimmt, so der Naturschützer. Deren Lebensraum sei bedroht, weil es immer weniger Obstbäume gebe.

Diese Vögel brauchen neue Brutplätze, um ihre Eier ablegen zu können.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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