Betriebe haben es schwer, geeignete Lehrlinge zu finden

Den Schornsteinfegern fehlt der Nachwuchs

Schwalm-Eder. Dem Schornsteinfeger-Handwerk fehlt der Nachwuchs. Im Schwalm-Eder-Kreis absolvieren zurzeit sieben Lehrlinge die dreijährige Ausbildung zum Schornsteinfeger. Im Jahr 2010 waren nur fünf junge Leute in der Ausbildung.

2009 gab es sechs, 2008 sieben angehende Schornsteinfeger. „Es zeichnet sich eine Wellenbewegung ab. Dennoch ist der Schornsteinfeger-Nachwuchs im Schwalm-Eder-Kreis eher gering. Es wird immer schwieriger Nachwuchs zu finden“, sagt Friedrich Wesche, Lehrlingswart der Schornsteinfegerinnung Kassel. „Der Schornsteinfegerberuf ist zwar abwechslungsreich, aber viele Interessenten bringen nicht die geforderten Voraussetzungen mit“, erklärt Wesche. Die Ausbildungsanforderungen sind mittlerweile hoch. Bewerber müssen erst einen Eignungstest absolvieren - dabei sind neben handwerklichen Fähigkeiten auch logisches Denken, Rechen- und Deutschkenntnisse gefragt. In zwei bis drei Jahren müsse man sehen, ob es überwiegend ältere Schornsteinfeger gibt.

Der Felsberger Bezirksschornsteinfeger Thomas Pape vermutet außerdem, dass der demografische Wandel seine Spuren hinterlässt. „Die Jugendlichen suchen sich oft andere Berufe und gut bezahlte Jobs aus.“ Vielen sei die Arbeit im Ruß und im Staub auch zu dreckig.

„Im Sommer schwitzen wir, im Winter frieren wir und wir werden auch mal nass“, sagt Pape. Zudem werde der Beruf technischer durch die vielen Vorgaben der EU. Ab dem Jahr 2013 werde sich auch die neue Kehrbezirksregelung auf den Arbeitsmarkt auswirken. Aber eines sei klar: „Wir brauchen Azubis, sonst geht das Handwerk kaputt. Und wir brauchen die Handwerker“, sagt Pape. Um angehenden Schornsteinfegern eine Perspektive zu geben, müssten ausbildende Betriebe ihre Lehrlinge übernehmen. Die Verantwortlichen der Kehrbezirke wollen sich deshalb verstärkt mit dem Nachwuchsmangel beschäftigen und in Schulen über den Schornsteinfegerberuf informieren. (nsk)

Quelle: HNA

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