Kostümtheater Ko-Mode: Das fantasievolle Ensemble leitet die Ukrainerin Nonna Ruda

Kostümtheater Ko-Mode: Ein Schubs für die Kunst

Schwerelos: Gerade bereiten sich die Tänzerinnen des Kostümtheaters Ko-Mode auf einen Workshop vor. Zu sehen ist die Show am 3. April im Atrium der Carl-Bantzer-Schule. Fotos: Rose

Schwalmstadt. Wer es einmal gesehen hat, der wird es nie vergessen: Fragile Figuren, kunstvolle Kostüme, zauberhafte Bewegungen und mystische Klänge - all das vereint das Kostümtheater Ko-Mode in seinen spektakulären Choreografien und Bühnenshows.

Seit 2003 ist die Theater- und Tanzgruppe regelmäßig zu sehen. Das besondere ist, dass sich das Ensemble aus Schülern zusammensetzt. Zwischen 40 und 50 junge Leute aus dem Schwalmgymnasium und der Carl-Bantzer-Schule arbeiten an dem ehrgeizigen Projekt.

Interpretation eines Cellos: Roxana Riege, Alice Gurini und Kseniya Prytula (von links).

Der kreative Kopf des Kostümtheaters ist Nonna Ruda. Ihre Tochter Kseniya Prytula (18) ist für die Choreografien verantwortlich. Doch wer ist die Frau, die der Gruppe ihr einzigartiges Gesicht verleiht? 1999 entschied sich die heute 49-jährige gebürtige Ukrainerin gemeinsam mit ihrem Mann, die Millionenstadt Odessa zu verlassen. In der Stadt am Schwarzen Meer studierte Nonna Ruda Modedesignerin und Pädagogik, danach arbeitete sie unter anderem als Kunst- und Zeichenlehrerin. Für ein Musiktheater entwarf sie opulente Hüte und Kopfbedeckungen, war als Kostümdesignerin und freie Künstlerin tätig.

Junge Menschen für Mode, Literatur und die schönen Künste zu inspirieren, lag der Ukrainerin schon damals sehr am Herzen: Sie engagierte sich in Literaturzirkeln und Modeclubs. Ein bisschen Wehmut schwingt in ihrer Stimme mit, wenn sie von ihrem früheren Leben am Schwarzen Meer erzählt. Aber auch eine Erkenntnis: „Unsere Familie kann sich hier in Deutschland freier entfalten“, sagt sie. Die beruflichen Perspektiven schätzt die Künstlerin im ländlichen Raum eher als gering ein. „Ich habe mit der Kombination aus Kunstlehrerin und Kostümdesignerin an der Carl-Bantzer-Schule und dem Schwalmgymnasium die größtmögliche berufliche Chance, die mir in Schwalmstadt zur Verfügung steht, ausgeschöpft.“

Kreativität steckt in jedem

Die Familie lebt in Ziegenhain. In ihrer Wohnung türmen sich Farben, Staffeleien und Bilder ihres Mannes, Unmengen von Stoffen und jede Menge Kostüme. Wie viele seit 2003 entstanden sind, kann Nonna Ruda nicht sagen. „Wir leben in unserer Kunst. Und wir müssen diese Dinge immer um uns haben“, erklärt sie. Kreativität stecke in jedem Menschen, sagt die Kunstpädagogin. „Man muss ihr oft nur einen Schubs geben, um sie zu entfalten.“

Im Ensemble kann jede Schülerin ihr Talent einbringen, oft sogar neue entdecken. Denn während die Modelle für die Show genäht und und verziert werden, bereiten sich die Tänzerinnen auf die bewegte Umsetzung des Themas vor. Alle Fragmente münden in der finalen Show. Rudas Ansprüche sind hoch: „Spaß daran zu haben, reicht nicht aus. Wer mitmachen will, muss zuverlässig und engagiert sein. „Was ich nicht leiden kann ist, wenn jemand sagt, das wird schon gehen.“

Nonna Ruda

Als Kunstlehrerin habe sie einen hohen Qualitätsanspruch. Sie empfinde es jedoch als sehr reizvoll, Begabungen zu fördern. „Ich möchte für jeden eine Rolle finden, in der er sich wohl fühlt und wo er sich von seiner besten Seite zeigen kann.“

Am ersten Aprilwochenende treffen sich die Mitglieder des Kostümtheaters Ko-Mode zu einem Workshop in der Carl-Bantzer-Schule in Ziegenhain. Das Ensemble setzt darin das Thema „Schwerelos“ um. Zum Abschluss findet am Sonntag, 3. April, eine Bühnenshow im Atrium der Schule statt. Eltern, Freunde, Verwandte, aber auch alle anderen, die sich vom Kostümtheater inspirieren lassen wollen, sind willkommen. Beginn ist um 17 Uhr.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare