Wie Heringe in der Dose: Schüler beklagen Zustände im Bus der Linie 400

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Schule aus, ab in den Bus: nicht immer läuft es so reibungslos wie bei diesen Schülern, die von Spangenberg nach Morschen fahren. Über drangvolle enge im Bus oder dass sie gar nicht erst mitgenommen werden, klagen aktuell Kinder, die mit der Linie 400 nach Melsungen fahren.

Spangenberg. Dauerbrenner-Thema Schültertransport: Der Bus sei an manchen Tagen so voll, dass Schüler nicht mitgenommen würden, andere können an ihrer Bushaltestelle nicht aussteigen, weil sie sich nicht an den Massen vorbeidrängen können.

Darüber klagen Kinder aus dem Stadtgebiet von Melsungen, die die Burgsitzschule in Spangenberg besuchen.

Die Jungen und Mädchen fahren mit der Linie 400 (Hessisch Lichtenau – Fritzlar) und fühlen sich an manchen Tagen wie die Heringe in der Dose. Extrem sei die Situation häufig nach der 6. Schulstunde. Dabei stellen sie nicht einmal gehobene Ansprüche. Ein Sitzplatz, so sagen zum Beispiel Schülerinnen einer 6. Klasse, sei nicht einmal zwingend nötig in Stoßzeiten. Aber wenigstens ein bisschen mehr Platz zum Stehen und ausreichende Haltegriffe wünschen sie sich. Sie haben sogar Unterschriften gesammelt, die ihren Protest gegen die immer wieder auftretenden Probleme unterstreichen sollen. Die Schülerinnen berichten auch, dass der Bus manchmal schon vor der offiziellen Abfahrtszeit losrolle.

Gunter Schulze, stellvertretender Leiter der Burgsitzschule, kennt die Probleme: „Das ist eine unendliche Geschichte.“, sagt er. Er sei im ständigen Kontakt mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV), der für die Linie zuständig ist. „Uns ist ja daran gelegen, dass die Schüler vernünftig zur Schule und wieder nach Hause kommen.“ Auch Eltern hätten sich schon beim NVV beschwert. Vom Verkehrsunternehmen fühle sich die Schule oft „vertröstet“. Dort heiße es, die Kapazität sei ausreichend.

Das bestätigt auch NVV-Pressesprecher Steffen Müller. In der Regel sei der Bus ausreichend groß. Das hätten auch mehrere vor-Ort-Termine von NVV-Mitarbeitern und Vertretern des Transportunternehmens RKH gezeigt. Eigens für Spitzenzeiten einen zusätzlichen Bus einzusetzen, sei jedoch unverhältnismäßig teuer: „Wir sprechen da von mehreren zehntausend Euro im Jahr“, sagte Müller. Auch ein Gelenkbus stehe nicht zur Verfügung. Einen zusätzlichen Bus würde es nur im Fall einer dauerhaften Überfüllung geben. Das sei aber in Spangenberg auf der Linie 400 nicht der Fall.

Der Pressesprecher weiß, dass einige Male Kinder nicht mitgenommen wurden und bedauert dies. Der NVV müsse in solchen Fällen umgehend und mit genauen Angaben, also Tag und Uhrzeit, informiert werden. Ein allgemeiner Hinweis, wie sie häufig bei Verkehrsverbund eingingen, reiche nicht aus. Müller verweist auf die Internetseite des NVV. Dort könne man diese Probleme melden, unter anderem in der Rubrik „Fünf-Minuten-Garantie“.

Die betroffenen Kinder haben davon allerdings zunächst nichts.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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