Mit besonderen Projekten unterstützt die Hermann-Schafft-Schule bei der Suche nach einer Ausbildung

Schüler bekochen ihre Lehrer

Gesund und lecker: Marcel Lefert (16) und Nadine Stüming (15) kochen für die Lehrer Kartoffelauflauf mit Gemüse und Ingwer. Das Kochen soll den Schülern bei der Berufswahl helfen. Foto: Schittelkopp

Homberg. Kartoffelauflauf mit Gemüse, Arabischer Hackbraten, Dessert mit Pflaumen und den obligatorischen Milchkaffee – jeden Mittwoch lassen sich die Jugendlichen der Hermann-Schafft-Schule ein ganz besonderes Menü einfallen.

2007 gründeten Lehrer und Schüler die Schülerfirma „Hmm“. Einmal pro Woche bekochen nun zehn hörgeschädigte Schüler ihre Lehrer. Vorher kaufen sie ein, decken die Tische und suchen natürlich auch Rezepte aus. „Wir lesen im Kochbuch nach und fragen auch die Lehrer, was sie gern essen“, sagt die 14-jährige Schülerköchin Eva Tanner aus der 7. Klasse.

Hauswirtschaftslehrerin Dorothea Lederle betreut die Gruppe der Klassen 7 bis 10. „Die Schüler haben alle große Lust zu Kochen“, sagt die Lehrerin. Die Schülerfirma soll nämlich den Jugendlichen bei der Suche nach einem passenden Beruf helfen.

Die Hermann-Schafft-Schule erhielt für ihre Maßnahmen zur Berufsorientierung ein Gütesiegel des Hessischen Kultusministeriums verliehen. „In Zeiten von Fachkräftemangel haben wir an unserer Schule Potential“, so die Koordinatorin der Berufsvorbereitung Manuela Holube.

Die Berufsvorbereitung enthält beispielsweise ein Bewerbungstraining vor dem Schulabschluss, Praktika und einen Berufswahlpass. So gehört auch die Schülerfirma „Hmm“ zu dieser Ausrichtung.

Hilfe bei der Berufswahl

Lernschwache Schüler bekommen so einen Tag pro Woche die Möglichkeit in verschiedene Berufsfelder zu schnuppern. Die eine Hälfte versucht sich in der Schülerfirma Werkstatt. Hier werden zum Beispiel Blumengitter aus Holz gebaut.

Ein gehörloser Schüler der unbedingt Schiffsbauer werden wollte hat aufgrund seiner Erfahrungen aus der Schule im Umgang mit Holz einen Ausbildungsplatz in Norddeutschland bekommen, weiß Schulleiter Dietmar Schleicher zu berichten. Die andere Hälfte der Klasse rührt in der Schulküche in den Töpfen. „Ein Schüler ist Hilfskoch geworden, eine andere Hauswirtschaftlerin“, erzählt Dorothea Lederle. Dem 16-jährigen Marcel Leifert und der 15- jährigen Nadine Stüming macht es jedenfalls Spaß Gemüse zu schnippeln, den Braten in den Ofen zu schieben und Pflaumen zu entkernen. Abspülen mögen die beiden nicht so. Die Lehrer bezahlen ihre Mahlzeiten natürlich auch, von dem Geld gehen die Kinder am Ende des Schuljahres schick in eine Pizzeria essen.

Quelle: HNA

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