Schüler diskutieren über Pegida im Unterricht

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Pegida im Unterricht: Es gibt für Lehrer im Internet Materialien um die Demonstrationen und ihre Hintergründe zu besprechen. Die Herwig-Blankertz-Schule verwendet sie.

Wolfhager Land. Die Demonstrationen rund um Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) sind medial sehr präsent.

Auch im Wolfhager Land wird darüber gesprochen, da im Landkreis die Kasseler Variante Kagida aktiv ist. Auf HNA-Anfrage haben vier Schulen erklärt, ob die Thematik unterrichtsrelevant ist.

„Bei uns sprechen die Politik-und Wirtschaftslehrer über die Demos, ihre Anhänger und die Hintergründe“, sagt Jutta Degenhardt, Schulleiterin der Wolfhager Herwig-Blankertz-Schule. Es gebe im Lehrplan freie Zeiten für aktuelle Themen, die sie unter anderem mit Pegida gefüllt hätten. Auch Unterrichtsmaterialien gebe es bereits und werde dort verwendet.

Den selben Umgang gebe es auch in Zierenberg: „Freie Meinungsäußerung und Nationalsozialismus werden im Unterricht sowieso besprochen, beispielhaft dann Pegida“, fügt Ute Walter, Schulleiterin der Elisabeth-Selbert-Schule hinzu.

In der Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen habe man andere Erfahrungen gemacht: „Der Gesprächsbedarf von Schülerseite ist in mein Kurs geringer. Das ist aber auch dem Abitur geschuldet, das in acht Wochen ansteht“, erklärt Lars Hänel, PoWi-Lehrer einer Oberstufenklasse. So hätte er das Thema zwar angeboten, es sei aber kaum auf Zuspruch gestoßen.

Redebedarf hoch 

Hänel habe aber auch gemerkt: „Die Schüler stellen wenig den Zusammenhang zu ihrem eigenen Leben her und bekommen manches nicht mit. Den zurückgetretenen Pegida-Gründer Lutz Bachmann kannten viele gar nicht.“

Bei den Kollegen von Lars Hänel, in den 5. bis 9. Klassen, sei Pegida ein großes Thema: „Dort war der Redebedarf von Schülerseite sehr hoch. Das könnte auch daran liegen, dass dort mehrere muslimische Kinder in die Klasse gehen.“

In der Christine-Brückner-Schule ist Pegida offiziell kein Thema: „Solange die Schüler nicht nachfragen, daran teilnehmen oder dazu aufrufen, wird es nicht thematisiert“, sagt Wolfgang Engelmeyer, Schulleiter in Bad Emstal. Es sei möglich, dass Lehrer aus der Gesellschaftslehre oder Politik mit ihren Schülern darüber sprechen würden, generell angesetzt sei Pegida nicht.

Von Johanna Daher

Quelle: HNA

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