Schüler aus Kaliningrad und Alsfeld besuchten Treysaer Kaserne und Munitionslager

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Zu Gast in der Schwalm: Seit 15 Jahren gibt es eine freundschaftliche Verbindung zwischen dem Albert-Schweitzer-Gymnasium Alsfeld und dem Lyzeum Kaliningrad.

Rörshain. Die Zeichen des Kalten Krieges sind in Schwalmstadt kaum zu übersehen: Das Atomwaffenlager bei Rörshain und das ehemalige Gelände der Harthbergkaserne sind Relikte des mehr als 40 Jahre andauernden Krieges zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion.

Der Kalte Krieg war jetzt auch Thema eines Schüleraustausches zwischen dem Albert-Schweitzer-Gymnasium Alsfeld und dem Lyzeum Internat Kaliningrad.

26 Schüler besuchten dazu Museum und Gedenkstätte Trutzhain sowie Lager und Kaserne in Treysa.

Organisiert wurde der Austausch zum zehnten Mal vom Trutzhainer Lehrer Aribert Ley, die Verbindung selbst gibt es bereits seit 15 Jahren. Untergebracht waren die 13 Schülerinnen über die zehn Tage auch diesmal wieder bei Alsfelder Gastfamilien. Welche Rolle die Soldaten der beiden Schwalmstädter Bataillone in der Krise spielten, erklärte der frühere Kommandeur und ehreamtliche Mitarbeiter der Gedenkstätte Bert Beckmann. „Wichtig waren natürlich auch die Abrüstungsgespräche zwischen Michail Gorbatschow und Ronald Reagan.“ Lew Gurvitch, der begleitende Lehrer, findet die Aufarbeitung der Geschichte wichtig: „Das lässt sich schon daran ablesen, dass wir heute unsere Stadt Kaliningrad oder Königsberg nennen.“ Im Kalten Krieg habe es in Russland kein zweites Territorium gegeben, dass so dicht mit Militär besiedelt gewesen sei. Heute gebe es nur noch eine von drei Militärschulen mit gerade einmal 200 Kadetten. „Wir dürfen diesen Teil der Geschichte nicht verschweigen. Es ist wichtig, dass sie auch die heutige Generation versteht“, sagte der Lehrer.

Beckmann machte deutlich, wie prekär die Lage war: „Vom Kalten Krieg ging nicht nur die Gefahr einer erheblichen Verwüstung Deutschlands aus, sondern auch ein hohes Risiko für die Zivilbevölkerung“, verdeutlichte er. Aribert Ley will dafür bald auch Oberstufenschüler begeistern, plant eine Lehrerfortbildung: „Ich hoffe auf die Unterstützung der Stadt und der Schwälmer Artillerie“, sagte der Pädagoge. Doch zunächst reisen 30 Alsfelder nach Kaliningrad: Im Mai macht sich die Schülergruppe auf den Weg. (zsr)

Quelle: HNA

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