Die EU unterstützt benachteiligte junge Leute und fördert Europa-Schulen

Schüler sollen profitieren

Ralf Klinder

Schwalm-Eder. An vielen Stellen steckt in den Schulen im Schwalm-Eder-Kreis Europa drin, genauer gesagt, Geld aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF).

Neben dem Austauschprogramm Comenius gibt es zahlreiche Förderungen für benachteiligte Schüler. Zurzeit entsteht für manche Schulen jedoch eine Lücke, weil die letzte Förderperiode (2008 bis 2013) Ende vergangenen Jahres endete und die neue noch nicht begonnen hat. Wie es für viele Projekte weiter geht, wird erst nach der Wahl entschieden.

Bei den Beruflichen Schulen in Schwalmstadt zum Beispiel gibt es für jeden Schüler, der eine der zwei Eibe-Klassen (die Abkürzung steht für: Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt) besucht, jährlich 90 Euro.

Wie Schulleiter Ralf Klinder erläutert, werden damit Projekte wie Trommelkurse oder Ausflüge und Firmenbesichtigungen finanziert. „Wir könnten es auch für Lehrmaterialien verwenden, nutzen es aber eher für zusätzliche Aktionen“, so Klinder.

Dieses Geld bekommt die Schule aber nur, weil sie außerdem eine Klasse im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ-Klasse) unterrichtet. „Die BVJ-Klasse muss vorhanden sein, damit die anderen gefördert werden.“ Die Ausbildung sei jedoch identisch.

Wie Klinder jetzt erfuhr, fördert die EU das Eibe-Projekt im kommenden Schuljahr nicht mehr. „Das Land Hessen wird es aber wohl weiterführen“, sagt der Schulleiter.

Neben 50 000 Euro für Anschaffungen wie Computer haben die Beruflichen Schulen im Rahmen des Comenius-Programms rund 20 000 Euro von der EU erhalten.

In den Eibe-Klassen sind zwei Sozialpädagogen beschäftigt, die wiederum über den Homberger Ausbildungsverbund Starthilfe angestellt sind. Der Ausbildungsverbund bekommt das Geld aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und vom Kultusministerium. „Es ist viel Arbeit und wenig Geld“, berichtet Elke Junger über ihre Erfahrung mit EU-Fördermitteln. So müsse sie Projekte drei Jahre planen, die dann aber nach einem Jahr wieder von der EU überprüft würden, ob sie noch weiter finanziert werden.

Als Beispiel nennt Junger die vom ESF geförderte Kompetenzagentur Verbund Schwalm-Eder-Kreis, die noch bis zum Sommer 2014 gefördert wird. Das Verbundprojekt hat Standorte in Felsberg (Verbundkoordination, Beratungsstelle Nord), Homberg (Beratungsstelle Mitte) und Schwalmstadt (Beratungsstelle Süd). Für das Projekt, das besonders benachteiligten Jugendlichen den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern will, habe sie zusammen mit den anderen beiden Trägern ein hundert Seiten langes Konzept entworfen. „Bis wir eine Entscheidung über die Förderung hatten, hat es ein Jahr gedauert“, sagt Junger.

Auch die Europaschulen müssen regelmäßig Rechenschaft über ihre Arbeit ablegen. Zurzeit befindet sich die König-Heinrich-Schule (KHS, Fritzlar), die einzige Europaschule im Landkreis, in einer Zertifizierungsphase. Ein Zeitraum von fünf Jahren wird kontrolliert.

Als eine von 25 hessischen Europaschulen muss die KHS bestimmte Standards der interkulturellen Zusammenarbeit und anderes mehr erfüllen und erhält rund 17 000 Euro Zuweisungen pro Jahr von der EU.

Auf drei Säulen steht die Schule: Sprachen, interkultureller Austausch und Projekte des interkulturellen Lernens, wo sich Jugendliche aus unterschiedlichen Ländern begegnen. Fotos: 1/nni/1/ode HINTERGRUND UNTEN

Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

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