Sie bringen Blutkörperchen zum Platzen

Schüler der THS Homberg haben Regionalwettbewerb von Jugend forscht gewonnen

Die Jugend forscht in Homberg: Michelle Robus (von links), Elias Hamel und Joy Riemenschneider von der Theodor-Heuss-Schule zeigen ihr Blutkörperchen-Modell. Foto: Zander

Homberg. Was passiert roten Blutkörperchen, wenn sie auf destilliertes Wasser treffen? „Sie platzen“, sagt Elias Hamel.

Zusammen mit Michelle Robus (18 Jahre) und Joy Riemenschneider (17 Jahre) hat der Schüler der Homberger Theodor-Heuss-Schule ein Modell entwickelt, das genau diesen chemischen Vorgang veranschaulicht. Mit ihrem Projekt haben die Schüler den regionalen Wettbewerb von „Jugend forscht“ gewonnen – und nehmen nun am Landesentscheid teil.

Dort müssen sie im April eine Fachjury von ihrem Modell überzeugen. „Natürlich wäre ein Sieg schön, aber wir machen es vor allem aus Spaß“, sagen die Jugendlichen. Dabei stehen die Chancen auf einen Sieg nicht schlecht, schließlich können die Schüler auf eine Menge an Erfahrung zurückgreifen: Auch in den vergangenen Jahren haben sie bereits beim Wettbewerb „Jugend forscht“ teilgenommen.

Und so kam dann auch die Idee zu ihrem aktuellen Modell zustande. „Ich hatte schon einmal mit verschiedenen Zuckerverbindungen geforscht“, sagt der 16-jährige Hamel. Die Zuckerverbindung, zunächst eine klebrige, zähflüssige Masse, wurde rot gefärbt und bildet die Grundlage für die Blutkörperchen, die das Trio selbst herstellt.

Mit einer Gussform, die einem Löffel ähnelt, tauchen sie einen Teil der roten Masse in Calciumchlorid. „Dadurch wird die Flüssigkeit fest und es entstehen unsere Blutkörper-Modelle“, so Hamel. Anschließend legen sie die Blutkörperchen in destilliertes Wasser – nach einiger Zeit beginnen die Modelle zu platzen.

„Das liegt am osmotischen Druck“, erklärt die Gruppe. Das destillierte Wasser fließt in die roten Blutkörperchen, da es eine geringere Konzentration an gelösten Stoffen als die Blutkörperchen hat. Die Zellmembran der Blutkörperchen kann den Wassermengen und so dem Druck nach einiger Zeit nicht mehr standhalten.

Gussform aus 3D-Drucker

Für ihr Forschungsprojekt haben die Schüler nicht nur während ihrer AG in der Schule gearbeitet. „Wir haben uns auch in unserer Freizeit getroffen“, erzählt Michelle Robus. Für die Gussform haben sie sogar bei der Universität in Paderborn angefragt, ob sie dafür den 3D-Drucker verwenden können. „Das lief alles reibungslos“, sagt Robus.

Von der ersten Idee bis zur Vollendung der Forschungsarbeit „habe es schon ein paar Monate gedauert“, sagen die Drei. Das Modell ist zwar fertig, aber die Arbeit dagegen noch nicht. „Wir erstellen Materialkisten für Schulen“, sagt Robus. In den Koffern soll alles enthalten sein, um das Experiment nachzustellen. „Alle Stoffe, mit denen wir arbeiten, sind ungiftig“, betont die Gruppe.

Wann die Koffer fertig sind, ist noch offen. „Daran arbeiten wir mit Hochdruck“, sagt Robus. Doch zunächst stehen am 9. und 10. April die Landesmeisterschaften von „Jugend forscht“ in Darmstadt an – bei denen der Traum vom Sieg, anders als bei den Blutkörperchen, nicht platzen soll.

Quelle: HNA

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