Auf dem Schützberg bei Wolfhagen baute Bonifatius eines der ersten Gotteshäuser

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Beteiligte sich an den Schützebergfesten: Horst Petri vom Heimat- und Geschichtsverein Wolfhagen. An der Stelle, wo der Heilige Bonifatius im Jahr 724 die Kirche St. Peter gründete, feierten Christen einen ökumenischen Gottestdienst – auf dem Schützeberg zuletzt an Pfingstmontag 2013.

Wolfhagen. Unter den Bergen ist er ein Zwerg. Gerade einmal 277 Meter misst der Schützeberg bei Wolfhagen, an dessen Fuß sich Oleimühle und Neue Mühle schmiegen. Groß dagegen ist der Berg in seiner Bedeutung für die Christianisierung Nordhessens. Denn in den Augen des Missionars Bonifatius war der Kalkrücken der ideale Standort, um auf ihm eine Kirche zu errichten. Nicht irgendeine - St. Peter gilt heute als die erste Kirche, die im Wolfhager Land gebaut wurde.

Gegründet hat der Priester das Gotteshaus im frühen 8. Jahrhundert, irgendwann nach dem Jahr 724, sagt Bezirksarchäologe Dr. Klaus Sippel. Dies soll er allem Anschein nach höchst persönlich getan haben, den hierfür gibt es schriftliche Überlieferungen. Karl der Große soll sieben Kirchen im Gebiet des heutigen Nordhessen dem Kloster Fritzlar geschenkt haben - eine davon war die Bergkirche St. Peter auf dem Schützeberg.

Zentraler Ort

Aus Sicht Sippels habe sich der Schützeberg für den Bau einer Kirche förmlich aufgedrängt. Die Erhebung sei nicht zu hoch und gut erreichbar gewesen für die Menschen in den Dörfern. Zu Beginn der Christianisierung sei es üblich gewesen, Kirchen an einem zentralen Ort zu platzieren, zu ihm pilgerten die Gläubigen aus einem Umkreis von zehn bis 15 Kilometer.

Bis Ende des 16. Jahrhunderts wurden in der Kirche Gottesdienste gefeiert, sagt Horst Petri vom Wolfhager Heimat- und Geschichtsverein, der die Vergangenheit des Schützeberges ebenfalls aufgearbeitet hat. Mit dem Erstarken und Aufblühen der umliegenden Städte und Dörfer verlagerte sich das christliche Leben vom Berg in die Orte. Kirchenmauern wurden abgetragen, die Steine verbaut in Häusern in Wolfhagen, Altenhasungen und Zierenberg.

Georadarsystem

Heute erinnern zwei Infotafeln an den geweihten Ort. Wer der Vergangenheit von St. Peter noch tiefer auf den Grund gehen will, müsste auf dem Schützeberg graben. Doch dafür stellt die Denkmalpflege kein Geld zur Verfügung. „So ein Projekt würde viele Jahre dauern, das wäre einfach zu teuer“, erklärt Sippel. Allerdings hat es vor einigen Jahren geophysikalische Untersuchungen des Bodens gegeben. Die elektromagnetischen Wellen ließen Rückschlüsse auf die Dichte des Untergrundes zu. Es fanden sich Strukturen, die sich als Mauerfundamente der Kirche deuten lassen.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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