Keine Kindeswohlgefährdung bei Schaums: Schulamt zwischen den Stühlen

Schwalm-Eder. Rainer Walenzik, stellvertretender Schulamtsleiter, kennt die Familie Schaum genau. „Vom Niveau sind die Kinder Gymnasiasten. Die mischen die Klassen leistungsmäßig richtig auf“, sagt er.

Denn die Schaums schicken ihre Kinder in die jeweilige Abschlussklasse. Meist auf die Realschule. Beim Notendurchschnitt steht eine 1 vor dem Komma. „Wir müssen aber gegen die Familien vorgehen“, sagt Walenzik. Das Gesetz lasse keinen Spielraum zu. „Vor dem Gesetz sind nun mal alle gleich.“ In Deutschland besteht Schulpflicht. Das heißt, alle Kinder müssen eine deutsche Schule besuchen. Hauslehrer seien nicht erlaubt. Das Gesetz zur Schulpflicht stammt aus dem Jahr 1938. Reichsschulgesetz heißt es.

„Wir können keinen Schaden an der Sozialisation der Kinder feststellen“, sagt Walenzik. Daher habe man es auch immer abgelehnt, zu versuchen, den Eltern die Kinder wegzunehmen. „Das würde dem Kindeswohl eindeutig zuwiderlaufen“, macht Walenzik klar. Die Familie sei integriert. Die Kinder spielten auch mit anderen Kindern. Auch wenn die Eltern diese vorab kennen lernen möchten. Auch Internet gebe es in der Familie.

Dilemma des Schulamtes

Das Dilemma des Schulamtes ist: „Wir müssen einerseits den rechtlichen Ansprüchen genügen und anderseits das Wohl der Kinder im Auge haben.“ In diesem Fall sei das nicht unter einen Hut zu bringen. Denn das Schlimmste wäre, wenn eine Haftstrafe im Raum stehe, wie es im Fall der Familie Dudek der Fall ist.

Wie die Dudeks seien die Schaums eben etwas anders: Die Familie lebe aber keinesfalls am Rand der Gesellschaft. „Die Schaums führen ein geordnetes Familienleben. Die Kinder werden aber in einem religiösen Sinn sehr streng erzogen“, sagt Walenzik. (ddd)

Quelle: HNA

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