Schulbeginn im Kreis: Kein Drehen an der Uhr

Schulstart am frühen Morgen: Hunderte Schüler sind jeden Morgen im Schwalm-Eder-Kreis mit dem Bus unterwegs. Foto: Camrath

Schwalm-Eder. Die Schule soll zwischen 8 Uhr und 8.30 Uhr beginnen: Dieser Meinung war nahezu die Hälfte aller Leser, die sich jüngst an einer nicht repräsentativen HNA-Umfrage im Internet beteiligten.

• Der Unterricht an der Theodor-Heuss-Schule in Homberg, die 1100 Schüler besuchen, beginnt um 7.55 Uhr. Dieser Start ist, findet Schulleiter Dr. Ralf Weskamp, „relativ vernünftig“ und habe sich bewährt. Für die Schüler der Mittelstufe endet entsprechend der Schultag um 15.10 Uhr, für die Oberstufe um 17.45 Uhr. Ein späterer Unterrichtsbeginn sei nicht klug, damit die Schüler noch genug Zeit hätten für Hausaufgaben, Familie und Freizeit.

• Seit Jahrzehnten beginnt der Unterricht an der Gesamtschule Melsungen um 7.50 Uhr, erklärt Schulleiter Volker Wiegand. Diese Uhrzeit habe sich aus organisatorischen Zwängen ergeben, denn die Schule sei Teil eines Zubringersystems mit Bussen und Bahn, das abgestimmt sei mit den benachbarten Beruflichen Schulen und dem Gymnasium. 830 Schüler besuchen die Gesamtschule. Dass sich im Ausland ein späterer Unterrichtsbeginn bewährt habe, sei allerdings kein Argument für deutsche Schulen, meint Wiegand: „Das ist eine ganz andere Kultur.“

• „Das ist schon immer so gewesen“: Dr. Helmut Bernsmeier, Leiter des Treysaer Schwalmgymnasiums, und sein Stellvertreter Frank Siesenop können sich an keinen anderen Unterrichtsbeginn als 7.30 Uhr erinnern. Und: „Damit können wir leben.“ Für eine bessere Feinabstimmung des Schulbusverkehres sei ein Beginn eine halbe Stunde später um 8 Uhr denkbar, aber es müsse eine deutliche Verbesserung für die Fahrschüler herauskommen. Denn: Der Großteil der Busschüler – das sind etwa 80 Prozent der 1150 Schüler insgesamt – komme zwar rechtzeitig am Gymnasium an. Aber viele Schüler seien bereits um 7 Uhr auf dem Schulgelände. In Sachen Verkehrsplanung müsse das Gesamtkonzept überarbeitet werden, meint Siesenop, weil die Busfahrzeiten sehr lang seien. In Sachen Leistungsbereitschaft habe man mit dem Unterrichtsbeginn um 7.30 Uhr gute Erfahrungen gemacht.

• Karl Weinreich, Leiter der Beruflichen Schulen in Ziegenhain, würde einen späteren Schulbeginn um 8 Uhr begrüßen – dafür sprächen alle lernpsychologischen Erkenntnisse. Derzeit geht es um 7.30 Uhr los. • Für seine Schule würde sich Günter Brandt, Leiter der Katzbachtal-Schule Oberaula, einen späteren Schulanfang wünschen, statt 7.25 Uhr um 8 Uhr. Dann wäre es möglich, auf dem Weg zur Ganztagsschule für die Sprachheil- und Lernhilfeklassen eine pädagogische Mittagsbetreuung einzurichten. Der Einzugsbereich der Schule reicht hoch bis Gilserberg, erklärt Brandt; dort starten die Schüler um 6.10 Uhr mit dem Bus. Generell liege die Oberaulaer Schule aber an einer Hauptroute des Schulbusverkehrs, die von Hersfeld nach Treysa führt und die großen Schulen in Neukirchen und Schwalmstadt anfährt. Daher sei der Schulbeginn allein für die Oberaulaer wohl nicht zu ändern.

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Quelle: HNA

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