Große begleiten Kleine: Ein Pilotprojekt von Neuntklässlern soll Schule machen

Schulbrot und Sorgen teilen

Aus Fremden sollen Freunde werden: Die Viertklässlerin Katharina Wöllenstein teilt ihr Frühstück mit Achtklässlerin Juliette Galjard. Foto: Schleichert

Bad Emstal. Die Stolpersteine auf dem Weg von der Grundschule zur Förderstufe nebenan wollen die Acht- und Neuntklässler aus dem Weg räumen. „Groß für klein – Klasse Neun für Klasse Fünf“ heißt das Projekt, das Schüler des jetzigen Jahrgangs Neun der Christine-Brückner-Schule im vergangenen Schuljahr angestoßen haben.

„Wir begleiten die Viertklässler auf ihrem Weg in die Förderstufe“, erklärt Lena Bollerhey, die sich mit sieben ihrer Mitschüler fragte: Wie können wir den Absprung in die Förderstufe erleichtern?

Ihre Antwort: Zu großen Schwestern und Brüdern werden, die in den Pausen mit ihren spielen, sie trösten, ihnen Hilfe vermitteln. Wie ein Kompass wollen sie die zukünftigen Fünftklässler durch die neue Umgebung lotsen.

Das Pilotprojekt, das Neuntklässler der Brückner-Schule ins Leben riefen, startete gestern erneut durch: Juliette Galjard und Katharina Wöllenstein, 13 und 9 Jahre alt, Acht- und Viertklässlerin, kennen sich seit zwei Schulstunden und teilen schon ihr Frühstück. Bald sollen sie auch ihre Sorgen teilen – zumindest, wenn es nach dem Konzept geht, das die ersten Schulbegleiter der Christine-Brückner-Schule zu Papier gebracht haben. „Die Viertklässler sollen sich in der Förderstufe wohlfühlen“, sagt Juliette, die ihre neuen Schützlinge bei einem gemeinsamen Frühstück beschnuppert.

Neuntklässler sitzen auf winzigen Grundschul-Stühlen neben Viertkässlern und frühstücken gemeinsam. Es ist ein ungewöhnliches Bild, das Lehrerin Ulrike Zeiger mit Wohlwollen betrachtet: „Ich bin begeistert“, sagt sie, „dass die Schüler sich so eifrig für Jüngere einsetzen“. Ihr Ziel: Jeden Jahrgang der Brückner-Schule mit einem anderen verknüpfen. „Schon im kommenden Schuljahr sollen 19 Klassen miteinander verbandelt sein“, erklärt sie. Junge und ältere Schüler sollen in Zukunft Hand in Hand gehen.

„Den Weg zur Grundschule, zum Raum der Klasse 4b, wird Juliette nun öfter gehen: „So oft wie möglich“, sagt sie, die Katharina und ihren Mitschülerinnen tanzen beibringen will. (spi) Drei Fragen

Quelle: HNA

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