Jobcenter rät zu Pfändungsschutzkonten - Selbst aktiv werden

Vielen Schuldnern droht leer geräumtes Konto

Schwalm-Eder. Vielen verschuldeten Haushalten im Landkreis droht für Anfang Januar eine böse Überraschung: Wer mit Pfändungen rechnen muss, könnte dann mit einem leer geräumten Bankkonto dastehen.

Denn zum Jahreswechsel entfällt der besondere Pfändungsschutz, den Sozialleistungen wie Hartz IV, gesetzliche Rente, Wohn- und Arbeitslosengeld bislang genießen.

Von Sozialtransfers, die ihr Existenzminimum sichern, leben im Schwalm-Eder-Kreis etwa 5000 Bedarfsgemeinschaften. Bisher waren solche Leistungen von Gesetzes wegen 14 Tage lang vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt - woran sich viele Schuldner gewöhnt haben und ihr Geld vom Amt eben zeitnah vom Konto abheben. Ein unpfändbares Guthaben bleibt ab 2012 aber nur noch jenen, die sich rechtzeitig an ihr Geldinstitut wenden und die Umstellung ihrer Bankverbindung auf ein so genanntes Pfändungsschutzkonto (P-Konto) beauftragen.

Doch längst nicht alle Betroffenen haben sich bisher gekümmert, warnen Verbraucherschützer. Da die Kontoumstellung mehrere Bankarbeitstage dauern kann, wird die Zeit allmählich knapp.

"Jeder Kontoinhaber muss selbst aktiv werden", warnt Joachim Schumann vom Jobcenter Schwalm-Eder vor Bummelei. Anträge für ein P-Konto müssen bei der jeweiligen Bank gestellt werden. Das geht laut Schumann problemlos, sollte jedoch baldmöglichst getan werden, um vor Jahresbeginn den Pfändungsschutz zu gewährleisten.

Im Jobcenter Schwalm-Eder informieren die Mitarbeiter seit einigen Wochen ihre Kunden über die Änderungen beim Pfändungsschutz. Schumann weist auf eine Tücke hin: Viele Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften würden sich eine Bankverbindung für die Leistungen vom Amt teilen, ein P-Konto könne pro Schuldner aber nur individuell eingerichtet werden. Um den geschützten Betrag zu erhöhen, müsse man Leistungsnachweise vorlegen.

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Von Ulrike Lange-Michael und Axel Schwarz

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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