Verein Schülerhilfe Bolivien nahm Potosi-Projekt unter die Lupe und ist sehr zufrieden

Schule statt schuften

Absprung geschafft: Kinder, die in Minen gearbeitet haben, gehen jetzt zur Schule. Auch ein Erfolg des Homberger Vereins. Dr. German Canaviri war jetzt in Potosi, um die Projekte es Vereins unter die Lupe zu nehmen.

Homberg/Potosi. Sie arbeiten in Minen und auf Mülldeponien. Eine Schule sehen viele der Kinder aus der Stadt Potosi in Bolivien nur selten von innen. „Über 20 Prozent der Kinder zwischen sieben und dreizehn Jahren arbeiten hart“, sagt Dr. German Canaviri. Er wurde in der Stadt geboren, in der die Menschen durchschnittlich 80 Euro im Monat verdienen.

Heute leben er und seine Familie in Homberg, doch seine Heimat hat der Mediziner nie vergessen. Ganz im Gegenteil: Mit dem Verein Schülerhilfe Bolivien kämpft er seit Jahren gegen die große Armut an. Jetzt war Canaviri in Potosi, um die Projekte des Vereins unter die Lupe zu nehmen.

„Bildung fängt mit einem Frühstück an“, sagt Canaviri und genau dafür sorgt der Homberger Verein jährlich bei 400 bedürftigen Schülern.

Die Mahlzeit lockt

Das Essen sei für viele Eltern ein Grund, ihre Kinder in den Unterricht zu schicken. Sonst müssten sie zum Unterhalt der Familien beitragen, beispielsweise als Schuhputzer oder eben durch die Arbeit in den Minen des Cerro Rico (Reicher Berg). „Mein Herz weint, wenn ich die Kinder in den Minen arbeiten sehe“, sagt German Canaviri.

Um so schöner sei es, dass die Hilfe des Vereins dort ankomme, wo sie gebraucht werde. Neben dem Frühstück wurden auch Schulutensilien angeschafft. „Wir bekommen von den Direktoren der Schulen die Namen der Kinder, die Hilfe am dringendsten benötigen“, sagt Canaviri. Und sie bekommen dann die Unterstützung. Für die Umsetzung sorgt sein Neffe Enzo Canaviri.

„Die Überraschung über unseren unerwarteten Besuch war groß und die Freude auch“, fügt er an. „Alles in allem waren es unvergessliche Momente, weil wir erleben durften, dass unsere Arbeit hilft“, sagt der Vorsitzende des Vereins Schülerhilfe.

Unterstützung bekommt der Verein unter anderem vom Rotary-Club Homberg, der Kirche sowie anderen Institutionen. „Joachim Lehnert und Bärbel Kleem haben ihre Geburtstagsgeschenke an uns überwiesen“, sagt Canaviri und freut sich über diese Unterstützung.

Denn pro Jahr werden 8000 Euro benötigt, um das Angebot für die Schüler von Potosi langfristig abzusichern. Mit Bildung fange die Zukunft der jungen, ehemaligen Minenarbeiter von Potosi an: „Auch durch unsere Hilfe sind jetzt mehr Kinder in der Schule. Sie arbeiten statt in Minen in der Schule – für sich“, sagt Canaviri.

Hintergrund, Service

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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