In Rheinland-Pfalz ist die Nutzung generell verboten

Schulen im Altkreis nutzen Facebook kaum

Wolfhager Land. Soziale Netzwerke und Unterricht: Das passt für viele Schulen im Wolfhager Land nicht zusammen. An rheinland-pfälzischen Schulen gibt es seit kurzem sogar ein Facebook-Verbot. Die Begründung: Weil unklar ist, inwieweit Daten weiterverwendet werden, sollen Behörden Schüler nicht zur Nutzung verleiten.

Für den Landkreis Kassel wird es ein solches Generalverbot nicht geben, heißt es aus dem Hessischen Kultusministerium. Ob und wie Facebook von der Schule genutzt werde, entscheiden die Lehrer selbst.

Pressesprecher Harald Kühlborn sagt, dass es an den Schulen des Kreises bisher auch keine Probleme mit der Nutzung von sozialen Netzwerken gegeben habe. Allerdings würden im Zuge der Schulsozialarbeit regelmäßig Informationsveranstaltungenstattfinden, bei denen Schüler und Lehrer über die sinnvolle Nutzung von Facebook aufgeklärt werden. Dies sei aber eine reine Präventionsmaßnahme.

Während die Herwig-Blankertz-Schule eine eigene Fanseite hat, ist man an der Wilhelm-Filchner-Schule (WFS) etwas zurückhaltender. Man habe keine eigene Facebook-Seite, sagt der stellvertretende Leiter Ludger Brinkmann. Natürlich habe es einige wenige Fälle von Cyber-Mobbing gegeben, bisher habe man dies aber intern gut lösen können. Ein Verbot von Facebook an der WFS sei noch nicht geplant, man verfolge das Thema aber sehr aufmerksam.

In Bad Emstal hat man auch schon vereinzelt Probleme mit Facebook gehabt, sagt der Leiter der Christine-Brückner-Schule, Wolfgang Engelmeyer. Die Frage, ob es an der CBS verboten werde, habe man aber noch nicht diskutiert.

Der Umgang mit Facebook ist laut Engelmeyer eine „Gratwanderung“. Verbiete man die Nutzung, werde es eventuell interessanter. Deshalb mache man sich Gedanken, wie eine sinnvolle Nutzung ausehen könne, sagt Engelmeyer.

Hintergrund:

Soziale Netzwerke wie Facebook sind nicht dazu geeignet, schulische Inhalte zu verbreiten, heißt es von Seiten des Hessischen Kultusministeriums. Sie seien reine Freizeitmedien. Außerdem sei nicht garantiert, dass über Facebook wirklich alle Schüler erreicht werden. „Lehrkräften steht es selbstverständlich frei, in sozialen Netzwerken aktiv zu sein“, sagt Pressesprecherin Eva Dubisch. Aus dem Beamtenrecht lasse sich lediglich ableiten, dass Lehrer sich dabei „angemessen“ verhalten müssen. Im Rahmen dessen dürfen Lehrer auf Facebook auch mit ihren Schülern befreundet sein. Allerdings zeige die Erfahrung, dass viele Lehrer von sich aus eher Distanz halten.

Von Verena Koch und Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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