Schulen im Kreis wollen selbst über G8 entscheiden

Schwalm-Eder. Gymnasien in Hessen sollen selbst entscheiden, ob sie die Schulzeitverkürzung G8 abschaffen - dieser Vorschlag des Ministerpräsidenten Volker Bouffier wird an Gymnasien im Schwalm-Eder-Kreis überwiegend positiv bewertet.

Es gibt allerdings auch Schulleiter, die den Vorstoß kritisch sehen und vor den Folgen warnen. Bouffier hatte bei einem CDU-Landesparteitag erklärt, Schulen sollten selbst wählen, ob sie G8 oder G9 anbieten wollen. Wie das funktionieren kann, prüfe man noch, heißt es beim Kultusministerium. „Wir befinden uns noch in einer ganz frühen Prüfphase“, sagt Sprecher Christian Henkes. Der Verstoß sei eine Weiterentwicklung des Konzepts „selbstständige Schule“.

„Wir halten das für einen sehr guten Vorschlag“, sagt Dr. Ralf Weskamp, Schulleiter der Theodor-Heuss-Schule Homberg. Er nehme an, dass seine Schule zu G9 zurückkehren würde - die Zustimmung der Gremien vorausgesetzt. „Die beste Reform von G8 ist G9“, sagt er.

Für Wahlfreiheit spricht sich auch Dr. Ulrich von Nathusius, König-Heinrich-Schule Fritzlar, aus. Wie man sich entscheiden würde, hänge auch davon ab, ob G8 reformiert werde. Ideal sei, wenn man G8 und G9 parallel anbieten könne.

Kritik äußert Dr. Reinhard Köhler, Leiter der Melsunger Geschwister-Scholl-Schule: Die Schulen hätten viel Zeit und Arbeit in G8 investiert, das werde nun einfach infrage gestellt. „Man lässt die Schulen mit der Entscheidungsfreiheit allein.“ Das Beispiel der Gesamtschule Melsungen zeige, welche Probleme auftreten können. Dort gibt es schon seit Jahren einen Streit um G8.

„Wenn die Wahlfreiheit kommt, werden wir uns in Ruhe damit auseinandersetzen“, sagt Frank Siesenop vom Schwalmgymnasium in Treysa. Eine Lösung für alle Probleme sei eine Wahlfreiheit aber nicht. Eine Reform lasse sich nicht einfach zurückdrehen.

Von Göran Gehlen

Quelle: HNA

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