Schulen im Wolfhager Land lehnen Kleiderordnung ab

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Ein neuer Trend: Paula Benger, Larissa Euler, Clara H., Kim Bettinghausen, Vanessa Folger und Laura Ullmann (v.l.) haben es ausprobiert und sind mit Jogginghosen zur Schule gekommen.

Wolfhager Land. Jogginghosen sind bequem und werden von vielen Jugendlichen auch im Unterricht getragen. Eine Schulleiterin aus Baden-Württemberg will sie aber jetzt verbieten.

Solche Regeln für die Kleiderwahl gibt es an den Schulen im Wolfhager Land jedoch nicht. Die Schulleiter in der Region haben kein Problem damit, wenn ihre Schüler die locker sitzenden Hosen im Unterricht tragen. Allerdings sei ihnen auch noch nicht aufgefallen, dass viele Schüler mit Jogginghosen in den Unterricht kommen. Gleiches beobachtet auch Paula Benger, Schülersprecherin der Elisabeth-Selbert-Schule in Zierenberg. „Ich kenne nur einen Schüler, der immer in Jogginghose kommt. Aber das ist halt sein Stil. Darin sollte man ihn nicht einschränken“, sagt die 15-Jährige.

Jogginghosen sind gemütlich 

Anders sehen das manche Pädagogen in Baden-Württemberg. Die Leiterin einer Schule in Schwieberdingen bei Stuttgart duldet schon seit Jahren keine Jogginghosen mehr. Eine Kollegin der Gemeinschaftsschule im selben Ort will nun ebenfalls ein Verbot einführen. „Kleidung hat auch etwas mit Haltung zu tun“, sagte die Schulleiterin Sandra Vöhringer der Deutschen Presse Agentur.

Für diesen Vorstoß würde sie in Zierenberg großen Gegenwind zu spüren bekommen. „Die sind nun einmal gemütlich. Warum sollte das jemanden stören“, fragt Paula Benger. Die Argumente der Schuleiter aus Baden-Württemberg kann die Schülersprecherin nicht nachvollziehen. Bisher habe die Kleiderwahl noch zu keinen Konflikten mit den Lehrern geführt.

Das Outfit, das Schüler im Unterricht tragen, ist immer wieder Auslöser bundesweiter Diskussionen. Zuletzt sorgte im Sommer das Verbot von Hotpants und anderen knappen Kleidungsstücken an einer Realschule für Empörung vor allem in den Sozialen Netzwerken. Im Hessischen Schulgesetz gibt es keine Einschränkungen bei der Kleidung.

Das sagen die Schulleiter der weiterführenden Schulen im Wolfhager Land: 

Ute Walter von der Elisabeth-Selbert-Schule Zierenberg hält von einem Verbot der Jogginghosen nichts: „Bei uns gibt es keine Kleiderordnung. Mir ist es wichtiger, dass die Schüler im Unterricht mitarbeiten. Dabei ist es nebensächlich, was sie tragen. Man sollte den Kindern aber bewusst machen, welche Sachen sie im Beruf besser nicht tragen sollten. Das ist jedoch eher eine Frage der Erziehung."

Auch an der Wilhelm-Filchner Schule in Wolfhagen gibt es laut Schulleiter Ludger Brinkmann keine Verbote: „Nur wenn jemand provokante oder rechte Botschaften auf seiner Kleidung zeigt, sprechen wir den Schüler darauf an. Das ist aber erst einmal vorgekommen. Festgeschriebene Vorgaben gibt es nicht."

Nur wenige Schüler kommen an der Christine-Brückner-Schule in Bad Emstal mit Jogginghose in den Unterricht: „Bisher ist das an mich noch nicht als Problem herangetragen worden", sagt Schulleiter Wolfgang Engelmeyer. Ein Verbot lehnt er ab: „Wir müssen da offen sein. Vor einigen Jahren gab es eine Diskussion über eine Schulkleidung, eingeführt wurde die aber nicht."

Quelle: HNA

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