Emotionale und soziale Entwicklung

Schulkinder brauchen immer öfter Hilfe

Wolfhager Land. Die einen fallen durch aggressives Verhalten auf, die anderen sind überangepasst und in sich gekehrt. Immer mehr Kinder zeigen bereits im Grundschulalter Defizite in der emotionalen und sozialen Entwicklung.

Auch die Schwere der Beeinträchtigung steigt. „Das nimmt deutlich zu“, erklärt Thomas Burger, beim staatlichen Schulamt Kassel zuständig für die sonderpädagogische Förderung.

Zu den Ursachen gibt es verschiedene Erklärungen. Bindungsprobleme können dahinter stecken, emotionale Belastungen und Krisen, erklärt Franziska Schlag von der Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Kassel. Auch gesellschaftliche Gründe spielen eine Rolle. So werde angepasstes Verhalten belohnt, während Aggression keinen Platz fände. „Jungen brauchen aber Raum, um zu raufen.“ Ebenfalls ins Gewicht fällt laut Burger das Fehlen einheitlicher Werte und Normen in der Erziehung.

Kommt es in der Schule zu Problemen, gibt es Hilfsangebote. Das Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) sowie die Dezentrale Erziehungshilfe bieten Beratung und Förderung in den Schulen an; mit dem Ziel, die Kinder in der Regelschule zu halten. Ist diese Hilfe nicht ausreichend, kann das BFZ einen Anspruch auf sonderpädagogische Förderung feststellen. Darüber hinaus kann das Jugendamt in bestimmten Fällen unterstützen. Wichtig ist laut Schlag die gute Zusammenarbeit von Eltern, Schule und Jugendhilfe.

Um sich ungestört entwickeln zu können, brauchen Kinder „klare Strukturen, verlässliche Bezugspersonen, die ihnen Sicherheit geben und ein konsequentes und verständnisvolles Erziehungsverhalten“, sagt Roswitha Bohl-Bleil vom BFZ. Für die Eltern oft keine leichte Aufgabe. „Dabei spielen Trennungen ebenso eine Rolle, wie der hohe Leistungsdruck in der Arbeitswelt“, erklärt Schlag. Sie macht Eltern Mut, über die Probleme mit Freunden und Verwandten zu sprechen und sich Unterstützung zu holen.

Quelle: HNA

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