Schulpraktikantin an offener Tuberkulose erkrankt: Kinder getestet

Dr. Peter Urban

Schwalmstadt. Post haben am Wochenende 15 Familien vom Gesundheitsamt Homberg gekommen: Leiter Dr. Peter Urban bestätigte auf HNA-Anfrage, dass Mädchen und Jungen des Kinderhauses Rappelkiste in Treysa Kontakt mit einer Schulpraktikantin hatten, bei der Ende Mai offene Tuberkulose nachgewiesen wurde.

Die Eltern wurden aufgefordert, vorsorglich bei ihren Kindern einen Tuberkulosetest durchführen zu lassen. Die junge Frau war im März und im April in der privaten Betreuungseinrichtung für 55 Klein- und Vorschulkinder eingesetzt. Laut Dr. Urban recherchierte seine Behörde umgehend im familiären und schulischen Umfeld der Patientin, nachdem der Nachweis ihrer meldepflichtigen Krankheit vorlag. Dabei sei erst nach und nach zu Tage gekommen, dass die Berufsschülerin an 13 Tagen als Praktikantin in der Einrichtung eingesetzt war und dort mit den Kindern einer Gruppe relativ engen Kontakt hatte.

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Da es sich um Zwei- und Dreijährige handelt, sei über die Standardmaßnahmen hinaus fachlicher Rat beim Leibniz-Zentrum Bostel eingeholt worden. Allen Eltern wurde Beratung angeboten. Zwei verschiedene Briefe wurden am Freitag in die Post gegeben. Die 15 Kinder der Gruppe, in der die Praktikantin mitarbeitete, sollten demnach der Kinderärztin Dr. Raspel (Asklepios-Klinikum) oder einem anderen Kinderarzt vorgestellt werden, um neben einem Tubekulosetest über eine vorbeugende Behandlung zu beraten. Für die weiteren 40 Kinder der Rappelkiste bedarf es laut Gesundheitsamt keiner Empfehlung. Die beiden Kinderärzte im Altkreis wurden gesondert informiert.

Aktualisiert um 15.31 Uhr.

Dabei warnt Urban vor Überbesorgtheit. Die Inkubationszeit sei sehr lang, besondere Eile sei nicht geboten. Der Leiter der Gesundheitsbehörde betonte, dass das gesamte Procedere ordnungsgemäß und zeitgerecht abgelaufen sei und lobte den Umgang der Kindergartenleitung mit dem Fall. Leiterin Marion Mietzner betonte am Dienstag im Gespräch mit der HNA, dass umfassend informiert worden sei und warnte vor dem Schüren von Ängsten: „Zu 99,9 Prozent hat sich kein Kind angesteckt.“

Dem Vernehmen nach wurden die 13 Mädchen und Jungen am Dienstag getestet. Nach drei Monaten wird zur Sicherheit ein zweites Mal getestet.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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