Die Linke hat bei Schulen recherchiert

„Schulsozialarbeit ist stark gefährdet“

Schwalm-Eder. Die Schulsozialarbeit steht im Schwalm-Eder-Kreis nach Einschätzung der Linken-Kreistagsfraktion auf der Kippe.

Nachdem die hessische Landesregierung die Verträge mit den Schulsozialarbeitern zum 31. Juli gekündigt habe und sie ab August 2015 über die 104-prozentige Lehrerzuweisung finanzieren solle, sei die Schulsozialarbeit an den meisten Schulen extrem gefährdet, erklärte Jochen Böhme-Gingold, der Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Kreistag.

Eine Umfrage seiner Fraktion an den betroffenen Schulen habe ergeben, dass lediglich drei von 19 Schulen im Schwalm-Eder-Kreis die Schulsozialarbeit so wie bisher fortführen könnten und das auch nur knapp an der Grenze des Machbaren.

Böhme-Gingold: „Bei einem Drittel der befragten Schulen wird die Schulsozialarbeit komplett ausfallen, weil die Schulen entweder zu klein oder mit Lehrerstellen überbesetzt sind. Der Rest könnte die Schulsozialarbeit noch mit heftigen Einschränkungen und zu Lasten von Lehrerstunden fortführen.“ Wenn die Schülerzahlen weiter sinken sollten, würde auch dort die Schulsozialarbeit vor dem Aus stehen.

„Das neue Modell der schwarz-grünen Landesregierung ist eine Katastrophe“ habe es bei den meisten Befragten geheißen. Eine langfristige Planung sei damit völlig unmöglich.

Die Schulsozialarbeit im Schwalm-Eder-Kreis werde von allen Beteiligten als Erfolgsmodell betrachtet. Das gelte sowohl für die inhaltliche, schulbezogene Ausgestaltung, als auch für ihre Finanzierung. Die Linke erhebt daher folgende Forderungen an die hessischen Landesregierung:

• Weiterhin eine Drittelfinanzierung der Stellen der Schulsozialarbeit zu garantieren.

• Darüber hinaus auch bei drittelfinanzierten Stellen unbefristete Arbeitsverträge zu schaffen.

• Die Freiwilligkeit einer Vereinbarung durch die Sicherheit einer dauerhaft bindenden Gesetzesgrundlage zu ersetzen.

• Den Stundenumfang von 25 Wochenstunden zur Bewältigung der Aufgaben an den Schulen bei Bedarf auf jeweils eine volle Stelle auf zu stocken.

• Die Gehaltszahlungen komplett über den Anstellungsträger auszubezahlen, bei unterschiedlichen Teilfinanzierungen wie bisher auch über eine Gehaltsanweisung bei einer Lohnsteuerkarte. (red)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare