Andrea C. Ortolano präsentierte erotische Märchen zwischen den Gängen

Ein Schuss Zweideutigkeit

Gab das Dornröschen: Julia Krawetzki (rechts) wurde auf Rosen gebettet. Andrea C. Ortolano führte heiter durchs dezent-frivole Programm. Fotos: Thiery

Frielendorf. Ein peitschenschwingender Luzifer und ein unglücklicher Müllerssohn, kranke Prinzen und eilfertige Flötenspielerinnen: Sie waren Figuren der erotischen Märchen, die Andrea C. Ortolano im Hotel Silbersee in Frielendorf präsentierte.

Mit Witz und einem gehörigen Schuss Zweideutigkeit begeisterte sie das Publikum. Der Saal war ausverkauft, die Gäste guter Stimmung und in gespannter Erwartung auf das außergewöhnliche Ereignis.

Man witzeltelte schon vor Beginn an den Tischen: Ganz im Zeichen der erotischen Märchennacht verriet die Karte, mit was die Köche der vier Gastronomen zur Aktion „Tischlein deck dich“ ihre Gäste verführen wollten: Anregende Spargelsuppe, wollüstiges Wildschwein und Liebesknochen ließen Raum für Spekulationen.

Stimmungsvoll eingedeckte Tische in Schwarz-Rot und exotische Früchte auf Bananenblättern sprachen direkt alle Sinne an.

Die Märchen forderten besonders den Humor der Gäste, die zu spontanen Mitspielern wurden. Die Männer in der Runde genossen ihre Rolle als Komparsen durchaus. Die Kasseler Schauspielerin holte sie unvermittelt aus dem Publikum und bezog sie ein. So fand sich mancher Frielendorfer oder Ziegenhainer als Prinz oder schlauer Fuchs beim Werben um Edelfräulein oder Prinzessin auf der Bühne wieder.

Mit sinnlicher Stimme und in anmutigen Kostümen erzählte die Schauspielerin vom Müller, der im Wald an der immer gleichen Eiche Luzifer um größere Säcke bittet, weil er damit der schönen Tochter des Besenbinders imponieren will. Dazu gab ein Gast den unglücklichen jungen Mann, der unter einem imaginären Baum bettelt und fleht, bis Luzifer, ebenfalls aus dem Publikum, die Hilfe gewährt. Andrea C. Ortolano trug auch das Märchen von dem jungen Prinzen vor, der durch das aufmunternde Flötenspiel einer jungen Frau gesundet. In märchenhaft anmutenden Kostümen schritt die Schauspielerin durch den Saal und führte aufreizend durchs dezent-frivole Programm, das immer nur andeutete und nie über die Grenze ging. Viele Geschichten hat sich die Kasselerin selbst ausgedacht. Auf der Suche nach erotischen Märchen sei sie an viel Schund geraten, anspruchsvolle Erotik sei selten, schilderte sie.

Neben den typischen Märchen-Elementen wie verzauberten Prinzen und zarten Feen ist es die Leichtigkeit, mit der die Kasselerin das Thema umsetzt und mit Heiterkeit Kopfkino auslöst. Das machte wirklich Lust auf mehr.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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