Zum Schutz vor Bremsen

Dagmar Wacker malt blaue Streifen auf das Fell ihrer Pferde

Malsfeld. Wunderlich gemusterte Ponys sind in diesem Sommer auf einem Feld bei Malsfeld unterwegs. Auf ihrem Fell haben sie blaue Streifen. Zebras hilft die Taktik mit den Streifen beim Schutz vor Angreifern. Durch ihr Muster sind sie in der Herde für Löwen nicht als einzelne Tiere erkennbar.

Pferde- und Ponyhalter haben jetzt von den Zebras gelernt: Sie bemalen ihre Tiere mit farbigen Streifen. Mit einem Löwenangriff ist in Malsfeld zwar nicht zu rechnen, dafür haben es aber Bremsen auf die Ponys abgesehen. Die Streifen stören die Orientierung der Insekten. „Mit ihren Facettenaugen können die Bremsen die gestreifte Oberfläche nicht richtig erkennen.“

Dagmar Wacker

„Mit ihren Facettenaugen können die Bremsen die gestreifte Oberfläche nicht richtig erkennen“, erklärt Dagmar Wacker. Deswegen würden die Insekten die gestreiften Ponnys meiden.

Wacker ist Tier-Physiotherapeutin und hält drei Ponys, mit denen sie Kutschfahrten unternimmt. „Die Streifen müssen einen deutlichen Kontrast zum Muster des Fells der Tiere haben“, sagt sie weiter. Aufgetragen wird die Farbe mit einem Viehmarkerstift. Diese Farbstifte beinhalten Spezialwachse, Paraffinöl und Farbstoffe.

„Die Wirkung der Streifen ist wissenschaftlich bewiesen“, versichert Wacker. Aus ihrer Erfahrung kann die Ponyliebhaberin das auch bestätigen. Allerdings helfen die Streifen nicht immer: „Wenn der Eigengeruch der Tiere zu stark ist, landen die Bremsen trotzdem im Fell.“ Dann müsse man die Ponys zusätzlich mit effektiven Mirkoorganismen besprühen. Das ist eine Mischung aus Bakterien und Pilzen, die Parasiten abtötet. „Ein anderes Problem ist dunkles Fell, weil dann der Kontrast zu den Streifen zu schwach sein kann.“

Stehen aus auf die Streifen: Mini-Appaloosa Lotta und Shetlandpony Willi (von links).

Die modischen Streifen können auch aus anderen Hausmitteln hersgestellt und aufgetragen werden: „Essig und zerdrückte Kohletabletten helfen sehr gut.“ Beides wird mit Wasser vermischt und auf das Fell der Ponnys gemalt. Schlecht sei hingegen eine Mischung aus Wasser und Mehl, die auch oft empfohlen würde: „Durch den Geruch des Mehls werden Fliegen angelockt.“ Außerdem schmeckt es auch den Ponys. „Die Tiere haben sich dann zum Fressen gern“, erzählt Dagmar Wacker mit einem Schmunzeln.

Für die Tiere sind die blauen Streifen kein Problem: „Im Verhalten der Ponys habe ich keine Veränderung bemerkt.“ Bei Pferden sei es hingegen schon vorgekommen, dass ein Tier aus der Herde ausgeschlossen wurde. Die Ponys seien aber froh, Schutz vor den Bremsen zu haben. „Wenn ich sie anmale, genießen sie die Massage“, sagt Dagmar Wacker. Und die Massage gibt es oft: Nach einigen Tagen muss die Farbe bereits aufgefrischt werden.

Von Jonathan Vorrath

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Foto: Vorrath

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