Viele Zahlen, leere Stühle

Schutzschirm: Schlechte Beteiligung an der Infoveranstaltung

Homberg. Die finanzielle Zukunft der Stadt Homberg mobilisierte am Dienstag nur wenige Homberger: Zu einer Informationsveranstaltung über den geplanten Schutzschirm für die Kreisstadt kamen 70 Menschen, darunter viele Parlamentarier und Angestellte der Stadt.

Selbst die waren erstaunt: "Ich dachte es wäre richtig voll hier." Einer von ihnen war Dirk Schumacher, der endlich mal Genaueres über den Schutzschirm hören wollte. Werner Arndt aus Mühlhausen fragte sich, wo die vielen Schulden der Stadt eigentlich her kämen.

Ein ausführliches Zahlenwerk stellte Bürgermeister Martin Wagner gemeinsam mit seinen Mitarbeitern vor. Wer sich in Sachen Haushalt aber nicht auskannte, war damit wohl überfordert. Ulf Siemon aus Holzhausen meinte, das sei für einen Laien in der Kürze schwer nachvollziehbar.

Schuldenerlass soll kommen

Sollten die Stadtverordneten im Dezember die Teilnahme am Schutzschirm beschließen, kann die Stadt einen Schuldenerlass von 15,9 Millionen Euro bekommen. Zusätzlich stellte sie einen Antrag auf Zinsdiensthilfe.

Im Gegenzug müsste Homberg sich verpflichten, bis spätestens 2020 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. "Wir müssen sparen, wollen aber so viel Infrastruktur erhalten wie es geht", sagte Wagner.

Die Stadt wird also kräftig sparen müssen und hat ein Konsolidierungskonzept erarbeitet. Neben mehr interkommunaler Zusammenarbeit sollen zehn Prozent bei den Instandhaltungskosten eingespart werden. Das betreffe viele kleine Posten wie Außenanlagen, Feuerwehren und Gebäude.

Der Zuschuss fürs Stadtmarketing könnte gekürzt werden, die Kindergartengebühren außerhalb der Kernzeit würden steigen. Schwimmbäder und Friedhofsgebühren könnten teurer werden.

Geld in die Kassen soll durch Windkraftanlagen sowie höhere Grund- und Gewerbesteuern kommen. Geplant sei auch eine Konzessionsabgabe für das Frischwasser. So will der Bürgermeister bis 2015 einen ausgeglichenen Haushalt erreichen.

Vier schriftliche Sparvorschläge waren von den Hombergern eingereicht worden, darunter drei anonym. Sie sehen vor, bei der Nachtbeleuchtung zu sparen, das Sitzungsgeld der Stadtverordnetenbezüge zu kürzen und Ortsbezirke zusammenzufassen.

Christine Beutelhoff riet in der Veranstaltung dazu, die Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser zu prüfen und sie gegebenenfalls zu verkaufen oder zu verpachten sowie ungenutzte Spielplätze zu schließen.

Hilmar Burkhardt aus Dickershausen fragte, was sei wenn die Konsolidierung nicht so laufe. Er plädierte für mehr ehrenamtliches Engagement, etwa bei der Pflege von Plätzen und Wegen und den Dorfgemeinschaftshäusern.

Roland Wohlrab kritisierte die geplante Anhebung der Gewerbesteuer.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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