Zellaer Hobbyschauspieler stehen ab Ende Februar wieder auf der Bühne – Freikarten zu gewinnen

Schwälmer Mundart ist ein Hit

Ganze Busladungen kommen zur Theatersaison in das Dorf: Die Aufführungen der Laiendarsteller aus Zella sind sehr beliebt. Foto: privat

Zella. Die Schwälmer Theaterabende in Zella sind seit Jahrzehnten ein echter Renner: Ein Erfolgsrezept sei wohl, dass tatsächlich noch in Mundart gespielt werde, sagt der langjährige Vorsitzende Walter Friedrich. 34 Jahre lang hat er die Geschicke der Laienschauspieltruppe gelenkt, im vergangenen Jahr übernahm Christel Schwalm die Aufgabe.

„Der Erfolg liegt an uns - ganz klar“, scherzt Friedrich, der sich Zella ohne Theater gar nicht vorstellen mag. Seit jeher schlüpfen die Dorfbewohner ein Mal im Jahr in Schwälmer Tracht, um den Zuschauern an fünf Abenden Unterhaltung und Kurzweil zu bieten.

Ganze Busladungen kämen zur Theatersaison ins Dorf, Gäste aus der näheren Region, aber auch aus Dortmund, Frankfurt und Kassel. „Das sind meist ausgewanderte Zellaer“, erklärt Christel Schwalm. Der Kartenvorverkauf ist von Friedrich generalstabsmäßig durchgeplant. Stolz zeigt er die Saalpläne. Seit Wochen sind die Vorstellungen ausverkauft, es gibt bereits eine Warteliste. Nur in einem Jahr mussten die Akteure pausieren: „1995 haben Bechtels wegen des Hessentages den Saal angebaut“, erklären die Mitspieler. Insgesamt sechs Wochen dauern die Proben - ein knapp bemessener Zeitraum, in dem die Alte Schule zur Bühne wird. In den finalen 14 Tagen vor dem Auftritt wird direkt im Saal geprobt.

Doch bevor der Spielbetrieb anlaufen kann, ist eine flotte Feder ein ein sicheres Gespür für Schwälmer Platt gefragt: Und das beweist die Zellaer Institution Anneliese Dörrbecker. Nach der Auswahl der Stücke schreibt sie die Texte in Mundart um.

Alle sollen mitspielen

„Am schwierigsten ist, die Leute in den jeweiligen Stücken unterzubringen. Es soll ja auch jeder mitspielen, der möchte“, erzählt sie. 18 Hobbyschauspieler sind diesmal in den Komödien zu sehen, sechs Souffleusen unterstützen, dazu ein Team für Technik, Kulissen und Kartenverkauf. Die Probentermine regeln die Mitspieler über eine Liste: „Viele arbeiten im Schichtdienst - da wird auch schon mal morgens um Neun geprobt“, erzählt Katrin Wirtz.

Mittlerweile stimme man sich kurzfristig auch über neue Medien ab. Zwar gibt es in der Truppe einen Fundus für Trachten. Der werde jedoch kaum benötigt, sagt Friedrich: „Jeder hat seine eigenen Trachten.“ Die Mitspieler sind überwiegend Dorfbewohner, im Mindesten „Beigefreite“ oder mit einem Zellaer verbandelt. Der Spielfreude frönen Junge wie Ältere, die Akteure sind zwischen 16 und 68 Jahre alt. HINTERGRUND

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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