Handarbeit im Fokus

Schwälmer Tracht im neuen Programm des Dorfmuseums

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Ein gequilteter Wandteppich: Die ursprünglich aus China stammende Technik des Quiltens, wird im Schwälmer Dorfmuseum vorgestellt. 

Holzburg. Das Schwälmer Dorfmuseum startet mit zwei Ausstellungen in die neue Museumssaison. Unter dem Titel „Handarbeitstechniken aus der Schwalm“ zeigt das Museum vom 8. April bis 3. Juni neue und traditionelle Schwälmer Handarbeiten.

Aufgeteilt ist das Thema in zwei Ausstellungen, zum einen „Patchwork und Quilts“ und zum anderen „Das schöne Bein – Zwickelstrümpfe in der Schwälmer Tracht“.

Quilten bedeutet im Englischen steppen. Quilts können Wandteppiche, Bett-, Zier- oder Tagesdecken, Kissen, Tischläufer oder auch Handtaschen sein. Die Muster sind bunt und vielfältig und folgen individuellen Vorlieben. Die Ausstellung im Schwälmer Dorfmuseum zeigt unter anderem Arbeiten von Regina Bauer, Erika Ihle, Monika Selentschik und Bettina Dickel.

Das Quilten stammt aus China und war im ganzen Orient verbreitet. Kreuzritter brachten die Kunst des Quiltens im Mittelalter nach Europa. Die kunstvoll gearbeiteten Quilts, bei denen drei Stofflagen (Blöcke) übereinander gesteppt werden, setzten sich u.a. aus kleinsten Stoffresten (Patchwork) zusammen.

Die Ausstellungseröffnung „Patchwork und Quilts“ findet am Sonntag, 8. April, 14 Uhr im Blauen Saal des Schwälmer Dorfmuseums in Anwesenheit der Künstlerinnen statt.

Die parallel stattfindende Ausstellung im Obergeschoss des ehemaligen Gasthauses Wahl widmet sich einem bisher eher vernachlässigten Detail der Schwälmer Tracht: Dem Zwickelstrumpf, kunstvoll aus Wolle oder Baumwolle gestrickt.

Im Gegensatz zu den restlichen Trachtenteilen wurden die Zwickelstrümpfe von den Mädchen und Frauen in der Regel selbst gestrickt. Dem Zeichensystem der Tracht entsprechend gibt es zahlreiche verschiedene Muster für unterschiedliche Anlässe: Eingelegte, stolze für weltliche Festtage, Sonntagsstrümpfe und Werktagesstrümpfe, Strümpfe für Sommer und Winter, für Trauer und Halbtrauer.

Die Ausstellung präsentiert die Vielfalt der aufwendig gestrickten Muster. Sie zeigt kleine Veränderungen und alltagspraktische Details, wie nachträglich angestrickte Strümpfe, die für die immer kürzer werdenden Röcke verlängert wurden. Prächtige Strumpfbänder, Handschuhe, Gamaschen, „Blaustrümpfe“ für Männer und Schwarz-Weiß-Fotos ergänzen die Ausstellung.

Die Ausstellungseröffnung im Dorfmuseum findet am Sonntag, 8. April, 15 Uhr, im OG des ehemaligen Gasthofes Wahl statt. 

Quelle: HNA

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