Anne Schlitt tritt ihren zehnmonatigen Freiwilligendienst in Uganda zuversichtlich an

Schwälmerin hilft in Afrika

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Freut sich auf Uganda: Anne Schlitt mit ihrem Tuch aus Tansania und einer Figur der Massai.

Treysa. „Was, du willst nach Uganda, da ist doch Krieg“, so reagieren viele, wenn sie von Anne Schlitts Vorhaben hören, berichtete die 19-Jährige. „Dabei herrscht dort gar kein Krieg mehr“, erklärte die Afrika-Expertin. Sie fliegt für zehn Monate nach Uganda, um dort ihren Freiwilligendienst zu absolvieren.

Die junge Frau aus Treysa ist in ihrer Freizeit sehr aktiv. Sie schwimmt beim ESV-Jahn, liest gerne und gibt Windsurf-Unterricht. Außerdem interessiert sie sich für Fotografie. In der Melanchthonschule, wo sie kürzlich ihr Abitur bestand, interessierte sie sich immer besonders für Afrika.

Zum dritten Mal nach Afrika

Schon zweimal nahm sie an einem Austausch nach Tansania teil. „Ich möchte helfen“, erklärte der Afrika-Fan, der schon viele Erfahrungen in dem Land gemacht hat: „Ich weiß, was auf mich zukommt.“

Mit Packen hat sie deshalb schon angefangen. „Schokolade gibt es dort nicht“, erzählte Anne Schlitt mit einem Lächeln. In ihren Koffer darf sie nur 20 Kilogramm einpacken, jedes Gramm mehr muss sie bezahlen. Gerade war sie auf der Suche nach einer Bettwäsche, die möglichst leicht und dünn ist. „Es ist anders, als wenn man für den Urlaub packt“, erklärte die 19-Jährige. Zum Glück hat die Organisation dort ein Gästehaus, wo es Strom und fließendes Wasser gibt. In einem speziellen Seminar probierte Anne Schlitt schon Gerichte aus Uganda, damit sie gut vorbereitet ist.

Ihre Eltern unterstützen die 19-Jährige. Trotzdem fällt es ihnen schwer, ihre Tochter gehen zu lassen: „Dann bist du wirklich weg“, fiel den Eltern auf. Angst hat Anne Schlitt nicht. Doch sie machte sich Gedanken: „Das Schlimmste wäre, wenn ich dort nicht akzeptiert werden würde.“

Ihre Aufgaben werden in der südlich gelegenen Stadt Kayunga verschiedene sein. Sie wird an drei Schulen Projekte anbieten. Eines hat sie sich schon ausgedacht: „Ich möchte mit den Kindern Weihnachten feiern wie in Deutschland.“

„Ich möchte mit den Kindern Weihnachten feiern wie in Deutschland.“

Anne Schlitt

Schwälmer Plätzchenrezepte werden dann in der Ferne ausgepackt und probiert. Im Gegenzug sollen die Kinder aus Uganda der Schwälmerin ihre Sitten und Bräuche zum Fest näher bringen. Zudem beteiligt sie sich am bestehenden Projekt Bäume für Kayung“. Um vor Ort für die Umwelt zu sensibilisieren, pflanzt sie gemeinsam mit den Menschen Bäume. Jeder Baum hat einen Baumpaten, der für diesen gespendet hat. Ein Großteil ihres Dienstes wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit finanziert, den Rest muss die Schwälmerin durch Spenden selbst aufbringen.

Von Carla Gisinger

Quelle: HNA

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