Die Tiere sind gesetzlich geschützt – Nabu gibt Tipps für den Umgang mit den Vögeln

Schwalben sind selten

Seltene Nester: Eine Schwalbe an ihrem Nest auf einem alten Bauernhof im Landkreis. Foto: Archiv

Schwalm. Hausbesitzer sind häufig ratlos, wenn sich Mehlschwalben als Nistplatz das eigenen Haus ausgewählt haben. Besonders wenn eine Hausfassaden- oder Dacherneuerung ansteht, ist der Vogel oft im Weg. „Als Hauseigentümer darf man Schwalbennester nicht einfach entfernen, sie sind gesetzlich geschützt“, teilte Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Hessen, in einer Pressemitteilung mit.

Laut Gerichtsurteilen dürfen Schwalbennester nur in Ausnahmefällen entfernt werden. Nester der Mehlschwalbe unterliegen einem besonderen Schutz, der im Bundesnaturschutzgesetz geregelt ist.

Hausbesitzer stören besonders die Ausscheidungen der Tiere, die Hausfassaden verschmutzen. Mit einem Kotbrett unterhalb des Nestes kann das Problem dauerhaft gelöst werden. „Eine weitere Methode ist es, den Schwalben künstliche Nester anzubieten, so dass sie im kommenden Jahr umziehen“, erläutert Eppler. Da es immer weniger Lehmpfützen gäbe, fehle den Mehlschwalben das Material zum Nestbau. Der Nabu rät die Sommervögel mit Nisthilfen zu unterstützen. Ein Schwalbenkasten an der Hauswand oder ein Schwalbenhotel im Garten seien ratsam.

Eppler weist darauf hin, dass die Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes bei Fassaden- und Dacharbeiten beachtet werden müssen. „Wurden die Nester bei Renovierungsarbeiten zerstört, sind Hausbesitzer verpflichtet, künstliche Nisthilfen als Ersatznester anzubringen“.

Am besten sei es, sich vor Beginn der Bauarbeiten mit der Unteren Naturschutzbehörde in Verbindung zu setzen. Zum Schutz der Mehlschwalben empfiehlt der Nabu, Dächer und Dachrinnen außerhalb der Brut- und Aufzuchtzeiten zu erneuern. Der naturfreundlichste Termin für Sanierungsarbeiten sei die Zeit zwischen Anfang Oktober und Ende Februar. (cls)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare