Ausgebüxte Rinder halten Wabern weiter auf Trab

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Geradezu idyllisch: Die Rinder auf dem Bild stehen schon wieder bei ihrer Herde in Niedermöllrich. Drei Artgenossen werden indes noch vermisst. Unserem Leser Michael Grün gelang dieses tolle Bild mit der Waberner Zuckerfabrik im Hintergrund.

Wabern. Seit Sonntagnacht sind die drei jungen Rinder von Landwirt Reinhard Otto aus Felsberg-Lohre nun schon auf der Flucht. Und mit jedem Tag würden sie wilder und somit schwerer einzufangen, sagt der 48-Jährige.

Ausgebüxt waren ursprünglich sechs Rindviecher - drei von ihnen sind aber schon wieder auf der heimischen Wiese bei Niedermöllrich. In den ersten Tagen hatte es noch eine kuriose Verfolgungsjagd gegeben: Feuerwehrleute, Polizisten, das Veterinäramt und ein Jagdpächter waren den Tieren auf der Spur. Erfolglos.

„Wir können jetzt nichts mehr unternehmen und müssen warten, bis sie irgendwo auftauchen und jemand die Polizei verständigt, sagt Otto frustriert. Er hätte seine Zuchtrinder gerne wieder - immerhin 1000 Euro kostet eines.

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Eigentlich würden die Tiere den Weg auf ihre angestammte Weide finden, zwei von ihnen seien jedoch neu bei der Herde und nicht ortskundig, sagt Otto. Parallelen zur bayerischen Problemkuh Yvonne drängen sich auf. Die Kuh war mehrere Wochen in der Wildnis unterwegs und ließ sich partout nicht einfangen. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ titelte damals „Die Kuh, die ein Reh sein will“.

Ob die drei Rinder ebenfalls Rehe sein wollen, sei mal dahingestellt. Fakt ist aber: „Die Rinder werden täglich scheuer, verstecken sich im Wald und wollen nicht gefunden werden“, sagt Dr. Hans-Gerhard Heil, Leiter des Veterinäramtes. Zudem kämen die Rinder gut in der Freiheit klar. Sie fänden frisches Wasser, ausreichend Futter und hätten keine natürlichen Feinde - gefährlich werden ihnen aber Züge und Autos.

Bei Straßen und Gleisen kommt die Polizei ins Spiel. „Sollten die Rinder entdeckt werden und eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen, greifen wir ein, sagt Reinhard Giesa, Sprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Nur im Notfall müssten die Tiere betäubt oder getötet werden. Auch wenn Otto derzeit schlaflose Nächte hat, immerhin seien die Rinder versichert, falls sie einen Schaden anrichten, sagt er • Hinweise: Polizei Fritzlar, Tel. 05622/99660, oder jede andere Dienststelle

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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