Schaltjahr

Ein Extratag zum Feiern: Die Party steigt für sie nur alle vier Jahre

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Catri und Michael Tegtmeier und Tochter Carolin-Charlotte feierten am 29. Februar 2000 ihren ersten Hochzeitstag nach vierjähriger Ehe. 20 Jahre später entschieden sich die Beiden für einen Ausflug nach Berlin.

Den 29. Februar gibt es nur in Schaltjahren. Für einige Menschen ist das ein besonderer Tag zum Feiern. Wir haben einige von ihnen besucht. 

Er ist schon ein besonderer Tag, der 29. Februar. Das dachten sich auch Catri und Michael Tegtmeier aus Fritzlar. 1996 entschieden sie sich, diesen Tag für ihre Hochzeit zu wählen. Heute feiern sie ihren sechsten Hochzeitstag – nach 24 Jahren Ehe.

An ihren Hochzeitstag erinnert sich Catri Tegtmeier genau: „Es war ein Donnerstag, die Trauung fand am späten Nachmittag statt.“

Wenn andere Paare schon die Planung für ihre Silberhochzeit beginnen, können die Tegtmeiers ganz entspannt sein, denn ihre Silberhochzeit liegt immerhin noch 76 Jahre in der Zukunft.

Catri und Michael Tegtmeier heute.

„Es ist immer wieder ein besonderer Tag“, sagt Catri Tegtmeier. Die Chefärztin der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie in Bad Wildungen kommt ursprünglich aus Leipzig und zog der Arbeit wegen in den Schwalm-Eder-Kreis – nach Fritzlar. Bad Wildungen ist für das Paar ein ganz besonderer Ort, denn dort ist nicht nur der Arbeitsplatz der 55-Jährigen, dort lernte sie 1994 ihren Mann Michael Tegtmeier kennen. Von Montag bis Freitag in Berlin, rund drei Stunden mit der Bahn entfernt, arbeitet Michael Tegtmeier in der Abteilung Strategie und Einsatz im Bundesministerium der Verteidigung, die Wochenenden gehören Ehefrau Catri. „Wir führen eine Pendlerehe, aber das war noch nie anders“, so Tegtmeier. Durch Einsätze bei der Bundeswehr waren weite Entfernungen nie eine Seltenheit. In Bosnien, Erfurt und Berlin war Michael Tegtmeier bereits im Einsatz. Seine Heimat, den Schwalm-Eder-Kreis, hat er trotzdem nie ganz verlassen. „Mein Mann ist tief in der Region verwurzelt, daher haben wir unseren Lebensmittelpunkt auch in Fritzlar“, sagt die 55-Jährige.

In diesem Jahr feiert das Paar ihren Hochzeitstag in der Hauptstadt, eine Woche später steht ein Barcelona-Ausflug im Kalender, denn dort studiert Tochter Carolin-Charlotte. Die 21-Jährige bestreitet derzeit ihren Master of Finance.

Mike Altenbrand feiert nach 48 Jahren seinen zwölften Geburtstag

Schaltjahrkinder feiern am heutigen 29. Februar nach vier Jahren wieder echten Geburtstag. Im Waberner Ortsteil Hebel wohnen gleich drei Menschen mit diesem Geburtsdatum. Einer von ihnen ist Mike Altenbrand, er feiert heute seinen 12. Geburtstag zum zweiten Mal. 

„Einer meiner Söhne hat mich alterstechnisch schon überholt“, sagt Altenbrand. Auch dessen jüngerer Bruder stehe schon in den Starlöchern, um den Papa einzuholen. „So ein ungewöhnliches Geburtsdatum ist es gar nicht. Wenn man überlegt, fallen einem immer mehrere Geburtstagskinder ein“, so der 47-Jährige. Aber der Tag habe auch seine Schattenseiten, zumindest, wenn es um die Technik geht. „Bei Facebook wird mein Geburtstag tatsächlich nur alle vier Jahre angezeigt“, sagt der Hebeler. Das habe schon des Öfteren zur Folge gehabt, dass sein Geburtstag vergessen wurde. Auch der Kalender des Smartphones streike bei diesem Datum, sagt Altenbrand. 

Seinen zwölften Geburtstag darf er nun schon zum zweiten Mal feiern: Mike Altenbrand aus Hebel wurde am 29. Februar 1972 geboren.

Natürlich ist das ungewöhnliche Datum auch eine Einladung zu Späßen. Immer wieder käme es vor, dass nach seinem Alter gefragt werde. So auch bei der Vorstellung am neuen Arbeitsplatz. Ob er denn schon alt genug sei, um zu arbeiten, hieß es damals, erzählt Altenbrand. „Schaltjahrkinder können im Übrigen nie ihren 18. Geburtstag am tatsächlichen Tag feiern“. Die Volljährigkeit darf Altenbrand also im Jahr 2044 feiern. „Ob mir da dann noch der Sinn nach Feiern steht, weiß ich allerdings nicht“, sagt er. 

Wie der Geburtstag gefeiert werden soll, dafür gibt es sogar Regeln: Wenn das Kind vormittags geboren wurde, soll man zwei Jahre hintereinander am 28. Februar feiern und einmal am 1. März. Für Nachmittagsgeborene gilt die Regel: einmal am 28. Februar und zweimal am 1. März. „Ich habe aber schon immer am 1. März gefeiert“, so Altenbrand. Zwei seiner raren Geburtstage verbrachte Altenbrand unfreiwillig an einem doch sehr ungewöhnlichen Ort – im Krankenhaus. „Geplant war das natürlich nie, aber in diesem Jahr hat es mich schon die Woche vorher erwischt, ich bin also guter Dinge“, sagt er. 

Trotzdem soll keine große Feier am 29. Februar stattfinden. „Ich möchte in zwei Monaten im Garten nachfeiern, heute kommt nur der engste Familienkreis auf eine Tasse Kaffee vorbei.“

Quelle: HNA

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