Probe für Feuerwehr-Pager wurde abgeschafft

Schwalm-Eder-Kreis: Monatlicher Testalarm ist überflüssig

Monatliche Funktionsproben für die Pager der Rettungskräfte gehören seit Anfang Februar der Vergangenheit an.
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Monatliche Funktionsproben für die Pager der Rettungskräfte gehören seit Anfang Februar der Vergangenheit an.

Moderne Technik macht den monatlichen Testalarm der Funkmeldeempfänger der Rettungskräfte im Schwalm-Eder-Kreis  überflüssig. Die Probe wurde im Februar abgeschafft.

Für viele Feuerwehrleute und Helfer anderer Rettungsorganisationen war es ein gewohntes Ritual: Einmal im Monat lösten die analogen Funkmeldeempfänger und digitalenPager für eine Funktionsprobe aus. Damit ist seit Februar Schluss: Auf ihrer jüngsten Sitzung beschlossen die Leiter der Feuerwehren (Gemeinde- und Stadtbrandinspektoren) mehrheitlich die Abschaffung der monatlichen Funktionsproben.

Land bat im Überprüfung

Das Land Hessen habe darum gebeten, die aus seiner Sicht hohe Anzahl der Probealarme kritisch zu überprüfen und möglichst zu reduzieren, erklärt Kreispressesprecher Stefan Bürger auf Anfrage der HNA: „Im Rahmen einer Dienstversammlung der Leiter der Feuerwehren wurde das Thema nun erörtert.“ Kein Feuerwehrchef habe einen triftigen Grund für die Beibehaltung anführen können, außer dass es schon immer so gewesen sei, so Bürger weiter.

Wichtige Informationen stehen auf dem Display

Bei der Frage, wie in Zukunft die Funktionsfähigkeit der kleinen Alarmgeber überprüft werden soll, sieht das Land Hessen die Feuerwehrleute persönlich in der Pflicht. 

Vergleichbar einem Smartphone könne man am Pager sowohl Akkustand, wie auch Netzversorgung ablesen, erklärte eine Sprecherin des Innenministeriums: „Nichtsdestotrotz besteht bei begründetem Bedarf nach wie vor die Möglichkeit, individuelle Funktionsproben an einzelnen oder mehreren Geräten durch die Leitstelle durchzuführen.“

Analoge Melder müssen weiter geprüft werden

Dazu wird es sicherlich auch kommen müssen, denn noch sind zahlreiche alte Funkmeldeempfänger bei den Wehren im Kreis im Einsatz, die im Gegensatz zu den Pagern in der Regel über kein Display verfügen.

Handyalarmierung als Rückfallebene

Die Feuerwehren im Landkreis sind mit der Abschaffung der traditionellen Funktionsprobe Größtenteils einverstanden, kritische Stimmen gibt es keine. Man gehe davon aus, dass ein im Netz eingebuchter Pager auch alarmiere, sagt Körles Gemeindebrandinspektor Jens Schenkluhn: „Darüber hinaus setzen wir als Rückfallebene GroupAlarm (Handyalarmierung, Anm. d. Red.) ein.“ Wenn ein Pager geladen sei und Empfang habe, wird er im Regelfalle auch bei einer Alarmierung auslösen, ist auch Neuentals Büroleiter Marco Dreher überzeugt.

Wehren können eigenverantwortlich testen

So sieht das auch die FeuerwehrSchrecksbach. Heute reiche ein Blick auf das Display, um die Funktionsfähigkeit der Pager sicherzustellen, erklärt Benjamin Roßkopf, stellvertretender Gemeindebrandinspektor: „Um dennoch gewährleisten zu können, dass die Systeme einwandfrei funktionieren, hat sich die Führung der Feuerwehren der Gemeinde Schrecksbach dazu entschlossen, unregelmäßige Funktionsproben durchzuführen.“

Leitstelle wird entlastet

Man sei zwar der Ansicht, dass Funktionsproben für alle Alarmwege unentbehrlich seien, sehe die Verantwortlichkeit dafür aber nicht unbedingt bei der Zentralen Leitstelle in Homberg, so der Schrecksbacher weiter: „Die Mitarbeiter der Leitstelle befassen sich alltäglich mit einem immer breiter werdenden Aufgabenspektrum und das Alarmieren sämtlicher Systeme im Landkreis birgt einen immensen Aufwand.“

Es bestehe zudem besteht die Gefahr, dass die Systeme überlasten und die Leitstelle somit arbeitsunfähig werde, befürchtet derFeuerwehrmann.

Die Probealarmierung in die Hände der Kommunen zu legen sei zukunftsweisend, findet Benjamin Roßkopf: „Somit können die Feuerwehren auf deren Bedürfnisse zugeschnitten die Probealarmierungen durchführen.“ 

Quelle: HNA

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