2725 pro Bürger

Schwalm-Eder-Kreis: Pro-Kopf-Verschuldung drückt viele Kommunen

Schwalm-Eder. Für die Schulden der eigenen Stadt oder Gemeinde steht jeder Einwohner im Schwalm-Eder-Kreis mit rund 2725 Euro in der Kreide. Das ist etwas weniger als im Landesschnitt, wo es 3000 Euro sind.

Doch je nachdem wo man zu Hause ist, kann die Summe wesentlich geringer oder auch größer sein. So beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung auf kommunaler Ebene in Gudensberg gerade einmal 324 Euro. Für jeden Jesberger ergibt sich dagegen ein kommunaler Schuldenstand von über 5800 Euro, auf´jeden Schwalmstädter kommen rund 5500 Euro. Im Vergleich ist rechnerisch jeder Waberner mit nur 430 Euro auf Gemeindeebene verschuldet (Angaben mit kommunalen Eigenbetrieben, Stand Ende 2015).

Dr. David Rauber vom Hessischen Städte- und Gemeindebund (HSGB) erklärt die Lage der Gemeinden, die anscheinend besonders schlecht dastehen. Bei ihnen sei meistens ein eher hoher Investitionsbedarf zum Beispiel ins Kanal- und Frischwassernetz mit schwierigen topografischen oder auch Infrastrukturbedingungen zusammengekommen.

Das bestätigt der scheidende Bürgermeister Jesbergs, Günter Schlemmer (SPD), mit Nachdruck. Über 8 Mio. Euro musste die kleine Kommune in die Kanalisation stecken, „rentierliche Schulden, refinanzierbar durch die Gebühren“. Von reinen Pflichtaufgaben spricht Schlemmer, einer der dienstältesten Verwaltungschefs im Kreis. Und dass Jesberg gern unter den Schutzschirm des Landes wollte – und dies ausgerechnet wegen zu geringer Kassenkreditverschuldung nicht durfte.

Auch Dr. Rauber vom HSGB weiß, dass es desto schwerer für die Kommunen ist, je zersiedelter und ländlicher ihr Gebiet ist. Ein längerfristiger Weg aus der Misere seien Modelle kommunaler Zusammenarbeit, „das wird vom Innenministerium hoch gefördert“. 

Hintergrund: Hessen belegt Platz im Mittelfeld

Die sogenannte Pro-Kopf-Verschuldung wird errechnet, indem der Schuldenstand einer Kommune durch deren Einwohnerzahl geteilt wird. Absolut die höchsten Schulden hat Schwalmstadt (über 100 Mio. Euro), gefolgt von Homberg(57 Mio. Euro) und Felsberg(33 Mio. Euro), alles Stand Mitte 2015.

Bei der gesamten öffentlichen Pro-Kopf-Verschuldung liegt Hessen an achter Stelle unter den 16 Bundesländern. Jeder Hesse steht statistisch gesehen mit über 10 500 Euro in der Kreide. Am geringsten ist die Verschuldung pro Einwohner in Sachsen (1 350), Bayern (2 700) und Baden-Württemberg (5 600). Spitzenreiter ist Bremen (34 000 Euro).

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/dpa

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