Im Schwalm-Eder-Kreis schließen viele Schlecker-Filialen

Grifte. Die Nachricht, dass die Schlecker-Filiale in Edermünde-Grifte schließt, kam per Fax. Das war am Dienstag. Am Mittwoch standen in dem kleinen Drogeriemarkt an der Guxhagener Straße schon die Ausverkaufsschilder: „30 Prozent auf alles.“

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„Wirklich überrascht hat es uns nicht“sagt Martina Rohm. Dass es jetzt so schnell gehe, indes schon. Am Samstag, 24. März, wird die Filiale zum letzten Mal geöffnet. Kündigungen haben aber weder sie noch ihre zwei Kolleginnen erhalten. Wie es weitergehen soll, weiß sie aber auch nicht.

Während sie erzählt, packen Kunden ihre Körbe voll. Ein bisschen was von Leichenfledderei habe das, sagt sie leise. Dann lacht sie. „Ich kann es aber gut verstehen. Der Trend sei ja schließlich, günstig zu kaufen und möglichst Schnäppchen zu ergattern.

„Sehr sehr bedauerlich“, kommentiert Nicole von Jasienicki aus Besse die Schließung. Sie habe viele Produkte immer im Schlecker gekauft. Gerade bei den Eigenmarken habe es gute Artikel gegeben. Dabei habe der Preis nicht immer eine Rolle gespielt.

Martina Rohm hofft, dass möglichst viele Kollegen ihre Arbeit behalten. „Dann kann ich der Umstrukturierung des Unternehmens auch etwas Positives abgewinnen. Denn endlich wissen wir, woran wir sind.“ In den vergangenen Monaten hätten alle unter der Ungewissheit gelitten.

Im Sommer wird sie 20 Jahre bei Schlecker beschäftigt sein – hoffentlich, wie sie sagt. Denn sie gehöre zu den Angestellten, die zufrieden seien mit ihrer Tätigkeit und auch ihrem Arbeitgeber. „Wirklich“ sagt sie. Oft glaube man ihr das nicht. Aber so schlecht, wie das Unternehmen in der Öffentlichkeit gemacht wurde, sei es nicht. Sie habe Weihnachts- und Urlaubsgeld erhalten, und es gebe wahrscheinlich nur wenig Arbeitsstätten wo sie mit ihren 30 Wochenstunden als Verkäuferin so gut verdienen könne. Auch wenn das Unternehmen einiges versucht habe, den Umsatz zu steigern, gelungen sei es nicht in allen Filialen.

Vielleicht wurde manches verschlafen, aber in so kleinen Läden sei auch nicht mehr möglich gewesen. Sie verstehe zum Beispiel nicht, warum nicht mehr Geschäfte in Einkaufszentren eröffnet worden seien. Das schlechte Image habe jetzt auf jeden Fall den Rest besorgt. Glücklicherweise gebe es noch Filialen, die gut liefen. „Ich hoffe für uns alle, dass es weitergeht. Wenn es nach mir geht, arbeite ich noch viele Jahre bei Schlecker.“ In Grifte wird aber erst mal Schluss sein.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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