Naturkraft-Region: Schnell wachsende Hölzer sollen Energie liefern

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Eine alternative Energiepflanze: Unser Archivbild zeigt ein Versuchsfläche mit Pappeln zur Biomasseproduktion bei Veckerhagen. Foto

Schwalm-Eder. Birken- und Pappelfelder könnten bald auch im Schwalm-Eder-Kreis die Landschaft verändern. Plantagen mit schnell wachsenden Hölzern, die dann zu Holzhackschnitzeln oder Holzpellets verarbeitet werden, sollen beim Ausbau der Bioenergie helfen.

Das soll einer der Schwerpunkte für die neue Förderrunde der Naturkraft-Region werden. Die beiden Landkreise Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg sind wieder für drei Jahre im Bundesprogramm Naturkraft-Region aufgenommen. Neue Partnerregion und erstmals im Programm ist nun für drei Jahre der Kreis Waldeck-Frankenberg.

Die Kooperation mit dem Kreis Waldeck-Frankenberg biete sich an, weil dort gerade Erfahrungen mit dem Anbau von schnell nachwachsenden Hölzern auf so genannten Kurzumtriebs-Plantagen gesammelt werden.

Birken und Pappeln wachsen drei bis fünf Jahre und werden dann zur Verwertung abgeholzt. Diese interessante Kultur werde an Bedeutung gewinnen, weil immer mehr Menschen mit Holz heizten, sagte auch Mark Weinmeister, Staatssekretär im Umweltministerium. Trotz steigender Nachfrage dürfe es keine Abholzung der Wälder geben.

Test bei Viessmann

Björn Staub vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen erklärte, dass ein Hektar dieser schnell nachwachsenden Anbauflächen den Heizwert von 5000 Litern Heizöl habe. Die Firma Viessmann erprobt die Energieaussnutzung derzeit mit 200 Hektar für den eigenen Betrieb.

Biomasse spiele weiter eine Rolle bei der Energiewende, aber die Schwerpunkte würden sich verschieben, sagte Dr. Brigitte Buhse, Geschäftsführerin der Naturkraft-Region. Zunächst sei es darum gegangen, Projekte anzuschieben, jetzt seien die effiziente Nutzung und die nachhaltige Bewirtschaftung die Ziele.

Dr. Brigitte Buhse

Geprüft werde auch, wie Reststoffe, Stroh und Gras bei der Gewinnung von Biogas genutzt werden können. Ziel sei auch die Öffentlichkeit weiter zu informieren wie sie die neuen Energien nutzen und auch Energie sparen können. Der Bund fördert die Initiative mit 330.000 Euro für drei Jahre. Insgesamt kosten die 16 geplanten Projekte 490.000 Euro. Von den 25 Regionen, die im ersten Programm waren, werden nun 21 wieder gefördert.

Für Jürgen Kaufmann, Vorsitzender der Naturkraft-Region, ist die Wiederaufnahme der Förderung ein Zeichen für die gute Arbeit der vergangenen drei Jahre. Nun sei die Vernetzung mit den Partnerregionen wichtig, um die Erfahrungen zu nutzen. (zty)

Quelle: HNA

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