Schwalm-Eder: Weniger Waffen landen in der Schrottpresse

Schwalm-Eder. Die Abgabequote von Waffen im Schwalm-Eder-Kreis ist rückläufig. Das bestätigte Landrat Frank-Martin Neupärtl als Vertreter der zuständigen Waffenbehörde auf HNA-Anfrage.

Von Juli 2011 bis Juni 2012 wurden insgesamt 358 Schusswaffen zur Vernichtung in Homberg abgegeben, darunter waren 137 Kurzwaffen, also Pistolen, Revolver und einige Maschinenpistolen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es insgesamt 635 zurückgegebene Waffen.

Ein Grund des Rückgangs könnte eine vermehrte Anschaffung von Waffenschränken sein, vermutet die Fachabteilung des Kreises. Seit der Änderung des Waffengesetzes im Jahr 2009 sind alle Waffenbesitzer verpflichtet, der Behörde die Aufbewahrung ihrer Waffen nachzuweisen. Als Nachweis dienen dem Landkreis ein Foto des Waffenschranks oder eine Kopie des Kaufbelegs. Mitarbeiter der Behörde machen auch Kontrollbesuche zuhause.

Im Schnitt 4,6 Waffen

Im Schwalm-Eder-Kreis sind zurzeit 20 493 Schusswaffen registriert. Diese sind auf 4454 Waffenbesitzer verteilt. Das heißt: Im Durchschnitt ist jeder von ihnen im Besitz von 4,6 Waffen.

Wem also ein Waffenschrank zu teuer ist oder wer eine Waffe geerbt und keinen Waffenschein hat oder wer sich von seinen Waffen trennen will, der muss sie in Homberg abgeben. Dabei handelt es sich nach Auskunft des Landkreises in der Mehrzahl um Kleinkalibergewehre und anmeldepflichtige Schreckschusswaffen. Von Homberg werden sie nach Wiesbaden gebracht und beim Polizeipräsidium für Technik, Logistik und Verwaltung vernichtet.

„Der Metallschrott kommt dann in den normalen Recycling-Kreislauf“, heißt es aus der Pressestelle in Wiesbaden. Was genau aus Pistolen, Flinten, Maschinengewehren und Co. wird, „ist für uns nicht mehr nachvollziehbar“.

HINTERGRUND, ZUM TAGE

Quelle: HNA

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