Invasion der Tannenmeisen: Vögel sind auf Nahrungssuche

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Tiefflieger: Tannenmeisen kommen nur mit Mühe auf eine Flughöhe von 200 Metern.

Schwalm. Tannenmeisen sind schlechte Flieger, die den schützenden Nadelwald nur ungern verlassen. Wenn sie das doch tun müssen, schrauben sie sich mühsam auf eine Flughöhe von etwa 200 Meter - um sich selbst zu schützen.

In dieser Höhe können die Tannenmeisen den in Bodennähe jagenden Greifvögeln aus dem Weg gehen. Sobald sie wieder Wald unter sich haben, lassen sie sich wie kleine Steine wieder rasch nach unten fallen und verschwinden schnell im Astgewirr.

Selbst nur wenige hundert Meter breite Felder zwischen zwei Waldgebieten können die Tiere daher nur mit großem Aufwand überbrücken. In den vergangenen Wochen machte sich aber eine der seltenen Invasionen bemerkbar, bei der Tannenmeisen mehrere tausend Kilometer zurücklegen können.

Warum tun sich die Bruchpiloten das an? Unter nahrungsreichen Bedingungen können Tannenmeisenpaare bis zu 30 Junge in drei Bruten in nur einem Sommer aufziehen. Sie sind damit so reproduktionsfreudig wie kaum eine andere heimische Vogelart.

Nach einem guten Brutjahr kann daher die Nahrung für die kleinen Vögel knapp werden, besonders dann, wenn auch die anderen Meisenarten erfolgreich brüten konnten. Diese sind den kleinen Tannenmeisen körperlich überlegen und verhindern oft deren erfolgreiche Nahrungssuche.

Dann bleibt vielen Tannenmeisen keine andere Wahl, als sich in Schwärmen auf Wanderschaft zu begeben und auf bessere Nahrungsgründe in der Fremde zu hoffen. So erreichte eine beringte Tannenmeise aus Niedersachsen im Herbst 1974 nach einer Wanderung von gut 2600 Kilometern sogar Marokko, zwei Vögel aus Ostdeutschland immerhin Spanien.

Die aktuelle Invasion beruht vermutlich auf der starken Fichtenmast im letzten Winter. In Mastjahren der Fichte, deren Samen die Meisen häufig als Nahrung nutzen, ist die Überlebensrate und oft auch der Bruterfolg im anschließenden Frühjahr größer als sonst.

Tannenmeisen im heimischen Garten

Derzeit geht den Vögeln sprichwörtlich die Nahrung aus. Dies eröffnet die seltene Möglichkeit, Tannenmeisen auch im eigenen Garten zu beobachten. Oft machen sie zuerst mit einem ungewohnten, lauten „tsuist!“ auf sich aufmerksam. Wer dann genau hinschaut, erkennt eine kleine, kurzschwänzige Meise.

Durch den schwarzen Kopf mit dem auffälligen weißen Wangenfleck ähneln sie den bekannten Kohlmeisen, die aber wesentlich größer sind und einen gelben Bauch (beigebräunlich bei der Tannemeise) zeigen.

Das beste Merkmal der Tannenmeise ist ein großer, rechteckiger, weißer Nackenfleck, der allerdings nicht leicht zu sehen ist, wenn die Winzlinge nervös in Nadelbäumen umher turnen und sich für die Überquerung der 300 Meter bis zur nächsten Hecke bereit machen.

Quelle: HNA

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