Neue Pläne für Flächenausgleich erhöhen Chance für Felsberger Ortsumgehung

Schwalm statt Ems-Bach

Felsberg. In den geplanten Bau der Felsberger Ortsumgehung kommt Bewegung. Dafür gibt es drei Gründe: Zum einen ein Schreiben von Verkehrsminister Dieter Posch, in dem er erstens zusichert, dass sich an den Finanzierungsabsichten des Landes nichts ändert und in dem er zweitens ein Planfeststellungsverfahren empfiehlt. Hinzu kommt als Drittes: Ein Flächenausgleich ist an der Schwalm bei Rhünda möglich.

Das bedeutet: Die Ems bei Böddiger wäre aus dem Spiel. Dort gibt es bekanntlich Probleme mit einigen wenigen Landwirten, die ihre Flächen nicht zum vorgesehenen Preis hergeben wollen. Diese sind aber nötig, um die Ems so umzugestalten, dass sie den Flächenverlust der Ortsumgehung in Sachen Naturausgleich und Hochwasserschutz punktemäßig wett macht.

Da die Schwalm zwischen den Orten Harle und Rhünda ohnehin naturnah gestaltet werden soll, bietet sich hier laut Bürgermeister Volker Steinmetz eine Alternative zur Ems.

Hatte das Amt für Straßen- und Verkehrswesen bislang einen Flächenausgleich im Bereich der Eder gefordert, weil die neue Straße in der Ederaue liegt, so hat es nun grünes Licht für die Schwalm gegeben, die bei Altenburg in die Eder mündet.

Den für die Ems ohnehin erforderlichen naturnahen Umbau hätte zwar das Land komplett bezahlt, doch auch für die Umgestaltung der Schwalm gebe es immerhin einen 80-prozentigen Zuschuss für die Stadt. Die Flächen dort sind zum Teil in städtischem Besitz, zum Teil gehören sie einem Landwirt, der seine Zustimmung signalisiert hat.

Dafür soll die recht gerade fließende Schwalm auf 300 Meter Länge in mehrere kleine Arme aufgeteilt werden und Stillgewässer erhalten, erläuterte Felsbergs Umweltberater Heinrich Kern den Plan. Dadurch werde die Fließgeschwindigkeit reduziert, was zu weniger Erosion führe. Bei schnellen Fließgewässern grabe sich der Fluss tiefer, und der Grundwasserspiegel sinke – zum Nachteil der Landwirtschaft.

Mit der Umgestaltung der Schwalm wäre der wasserschutzrechtliche Ausgleich für die Ortsumgehung zu 100 Prozent erfüllt, der naturschutzrechtliche nicht ganz. Die noch fehlenden Punkte ließen sich in Wäldern holen: indem Fichtenwald zu Mischwald umgewandelt wird, indem Feuchtgebiete vernässt werden oder mehr Totholz liegenbleibt. weitere Artikel

Bon Brigitte Müller-Neumann

Quelle: HNA

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