Ausgebremst und beschimpft: 41-Jähriger zahlt Geldstrafe

Schwalmstadt. Nötigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte - das kostet einen 41-Jährigen aus dem Altkreis Ziegenhain eine Geldstrafe in Höhe von 900 Euro. Er musste sich vor dem Strafrichter am Amtsgericht Schwalmstadt verantworten.

Anfang September vergangenen Jahres war der Angeklagte abends mit seinem Auto von Ransbach aus in Richtung Wasenberg unterwegs. Er überholte den Zeugen aus Marburg und brachte ihn dann dazu, am Ortseingang von Wasenberg anzuhalten. Laut Anklage soll der 41-Jährige das Fahrzeug des Zeugen dazu ausgebremst haben und den Marburger dann mit den Worten „Willst du eins auf die Fresse haben, dann komm raus!“ beschimpft haben.

Zuvor hatte der Angeklagte auf der selben Strecke bei widrigen Wetterbedingungen bereits leichtsinnig das Auto eines Polizeibeamten überholt. Der Beamte war auf dem Heimweg vom Dienst und daher in Uniform. Er sah die beiden Autos vor Wasenberg stehen und bemühte sich nach eigenen Angaben, den Fall zu klären.

Vor Gericht sagte der Polizeibeamte aus, er habe das Abbremsen der Autos nicht beobachtet, jedoch beobachtet, wie der Angeklagte vor dem Auto des Zeugen stand. Es habe den Eindruck erweckt, dass er auf den Zeugen einschrie. Der Angeklagte habe nicht mit sich reden lassen und sich damit herausgeredet, dass er zur Arbeit müsse. Eine Handbewegung seitens des Zeugen habe er so gedeutet, dass er einen Gang einlegen wollte. Das sei ihm zu gefährlich gewesen und er habe den Mann fahren lassen. Die von ihm selbst informierten Kollegen aus Schwalmstadt seien gekommen, um die Anzeige aufzunehmen.

Durch seinen Anwalt ließ der Angeklagte eine geständige Einlassung verlesen. Laut dieser bedauere er sein Verhalten gegenüber den beiden Zeugen. Es sei eine Ausnahme gewesen. Der Autofahrer aus Marburg habe sein Fahrzeug vor dem Ortsschild von Wasenberg auf 30 Kilometer pro Stunde abgebremst. „Es war eine richtige Schrecksekunde“, sagte der 41-Jährige, der vor Gericht betonte, er sei auf dem Weg zur Arbeit gewesen. Auch gab er an, der Zeuge habe aufgrund seines Überholmanövers nicht anhalten müssen.

„Weil es geregnet hat, bin ich auf 50 runter“, berichtete der Zeuge aus Marburg. Der Angeklagte habe ihn am Ortseingang von Wasenberg auf Höhe eines Busunternehmens überholt, gebremst, die Tür aufgerissen und ihn beschimpft. „Wenn ich es gewollt hätte, hätte ich vielleicht vorbeifahren können, aber eher nicht“, sagte der Zeuge.

Da sich der Angeklagte dem Polizeibeamten davongefahren war, wurde er wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Verfahren wegen Nötigung wurde vorläufig eingestellt. Ob der Zeuge habe stehenbleiben müssen, sei nicht feststellbar, so das Gericht.

Quelle: HNA

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