Mit Ehrenbürgermeister Helmut George starb nach langer Krankheit ein Verfechter des Europagedankens

Schwalmstadt: Ehrenbürgermeister Helmut George ist tot

Helmut George. Archivfoto:  zsr

Schwalmstadt. Der erste Bürgermeister Schwalmstadts ist tot. Helmut George, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, des Willy-Brandt-Abzeichens und Ehrenbürgermeister, starb im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit.

Seinen letzten Geburtstag feierte der je dreifache Vater und Großvater im Kreise seiner Familie und alter Freunde im Januar in der Seniorenresidenz Ziegenhain, wohin er mit seiner Frau Gisela (85) vor zwei Jahren aus der Treysaer Rösestraße übersiedelt war. Schwere Krankheit zeichnete ihn schon einige Monate, berichtete seine Witwe. Es war ihm nicht vergönnt, noch die Ankunft des ersten Urenkels in wenigen Tagen zu erleben.

Helmut George kam 1926 in Allendorf-Verna als einziges Kind einer Arbeiterfamilie zur Welt. Nach der Volksschule in Verna besuchte er die August-Vilmar-Oberschule in Homberg und erwarb die Mittlere Reife. Im April 1941 wurde er Lehrling bei den Gerh. Fieseler Flugzeugwerken in Kassel, wo er zum Technischen Zeichner ausgebildet wurde. Studienjahre der Fachrichtung Luftfahrttechnik schlossen sich an, bis er 1943 zum Kriegsdienst bei der Luftwaffe/Fallschirmtruppe eingezogen wurde.

Bald nach seiner Rückkehr aus italienischer Gefangenschaft 1945 trat George in die SPD ein und schlug eine Verwaltungslaufbahn ein, übersiedelte 1949 nach Fritzlar, wo er 1952 Stadtverordneter, später Fraktionsvorsitzender wurde. Auch in den Kreistag zog er ein, stieg beruflich zum Leiter des Sozialamtes auf. 1968 wurde er Erster Kreisbeigeordneter des Kreises Ziegenhain, später staatsbeauftragter Kreisbeigeordneter des Schwalm-Eder-Kreises. 1968 wurde er außerdem Bürgermeister von Ziegenhain, der letzte, 1971 dann der erste Bürgermeister von Schwalmstadt. Einfach sei das Amt seinerzeit keineswegs gewesen, erinnert sich Gisela George, „es war sehr mühsam, die Stadtteile unter einen Hut zu bekommen“.

Etliche ehrenamtliche Mandate führte er nebenbei, außerdem war er in vielen Verbänden und Einrichtungen aktiv. Neben der Einigung der Stadtteile sei ihrem Mann immer die europäische Einigung wichtig gewesen, „denn er wusste, was Krieg bedeutet“. In den Partnerschaften mit dem belgischen Namensvetter Zwalm und Loriol in Frankreich habe er eine Mission der Aussöhnung gesehen.

Helmut George verfügte selbst, dass sein Abschied in beiden Stadtteilen, Ziegenhain und Treysa, wo er jeweils gewohnt hatte, stattfinden soll. So ist die Trauerfeier mit Sarg am Samstag, 31. März, 14 Uhr, in der Schlosskirche Ziegenhain, die Urnenbeisetzung zu einem späteren Zeitpunkt im engen Familienkreis in Treysa. (aqu)

Quelle: HNA

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