Eheprobleme und Waffen: Bewährung für 51-Jährigen

Schwalmstadt. Ein 51-Jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis hortete mehrere Gewehre und eine halbautomatische Kurzwaffe sowie Munition bei sich Zuhause. Auch soll er gegenüber seiner Tochter damit gedroht haben, seine Ex-Frau umzubringen. Jetzt musste sich der Mann vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten.

Bei einer Hausdurchsuchung waren Waffen und Munition von der Polizei sichergestellt worden. Wegen unerlaubten Erwerbes und Besitzes von Schusswaffen und Munition sowie Bedrohung verurteilte ihn das Gericht zu einer zehnmonatigen Feiheitsstrafe auf Bewährung. Die Bewährungszeit für den zuvor nicht strafrechtlich in Erscheinung getretenen 51-Jährigen beträgt drei Jahre. Zudem muss er 3000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen und für die Verhandlungskosten aufkommen.

„Das, was der Staatsanwalt vorgelesen hat, stimmt“, räumte der Angeklagte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe gleich zu Beginn der Verhandlung ein. „Es tut mir unsagbar leid“, beteuerte er und fügte hinzu: „Ich fasse keine Waffe mehr an.“ Er habe nicht mal mehr ein Taschenmesser.

Eine Zeit lang sei er Mitglied in einem Schützenverein gewesen, gab der 51-Jährige an. Schießen an sich interessiere ihn jedoch nicht. Es sei die Technik, die ihn fasziniert habe. Die Waffen aus seiner Sportschützenzeit habe er abgegeben. Die Drohung gegen seine Ex-Frau begründete er mit Beziehungsproblemen.

Aufgrund seines umfassenden Geständnisses sah das Gericht von der Vernehmung zweier Zeugen, darunter die Tochter des Angeklagten, ab. Diese hatte nach der Drohung ihres Vaters, die Mutter töten zu wollen, die Polizei verständigt.

Zwischenzeitlich war der Angeklagte auf Veranlassung der Polizei in der Psychiatrie untergebracht gewesen. In seinem Plädoyer gab der Anwalt des Angeklagten an, sein Mandant sei zum Zeitpunkt der Drohung völlig außer sich gewesen. In der Silvesternacht habe er „seine Frau in flagranti mit dem Nachbarn erwischt“ und sie für das Scheitern ihrer Beziehung sowie den Verkauf des von den Eltern geerbten Hofes verantwortlich gemacht.

Über das besondere Gefährdungspotenzial der Waffen und der damit verbundenen Konsequenzen seines Handelns sei sich sein Mandant erst während der Vorbereitung zur Verhandlung bewusst geworden. Der Richter begründete das Urteil mit der Vielzahl der vom Angeklagten gesammelten Waffen, von denen die halbautomatische Pistole besonders schwerwiegend ins Gewicht falle. Im Hinblick auf die geäußerte Bedrohung reiche es aus, wenn diese von anderen Personen ernst genommen werde.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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