Ulrich Wüstenhagen ist Radverkehrsbeauftragter von Schwalmstadt

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Selbst immer auf zwei Rädern unterwegs: Der 54-jährige Ulrich Wüstenhagen will künftig die Interessen der Radler in Schwalmstadt vertreten.

Allendorf/Landsburg. Zwischen 1500 und 2000 Kilometer pro Jahr sind für Ulrich Wüstenhagen kein Problem - die fährt der gebürtige Mannheimer und mittlerweile bekennende Schwälmer ganz locker mit dem Rad. Das passt zum neuen Radverkehrsbeauftragten Schwalmstadts.  

Die Strecke zur Arbeit, von Allendorf/Landsburg zur Firma Freudenberg, ist für den 54-Jährigen „gleichzeitig auch sein Sportprogramm“. Wer so kräftig in die Pedale tritt, kennt sich mit selbigen aus: Seine Erfahrungen als Radler möchte er künftig stärker einbringen - als neuer, ehrenamtlicher Radverkehrsbeauftragter der Stadt Schwalmstadt.

Wüstenhagen, der schon länger dem Radverkehrsbeirat angehört und im ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) aktiv ist, hofft, künftig stärkeren Einfluss auf Belange rund ums Thema Radfahren und Radwege nehmen zu können. Seine erste Dienstreise wird ihn zur Fahrradkommunalkonferenz nach Hannover führen.

Genau sind seine Aufgaben noch nicht definiert: „Eine Stellenbeschreibung gab es nicht“, sagt er. Doch sicher werde er in erster Linie Ansprechpartner bei Problemen sein: „Unlängst waren Radler mit dem Zug hierher gekommen und suchten nach einem Einstieg in den Radweg. Hier hapert es häufig noch an der Beschilderung - was noch fehlt, ist das Bewusstsein“, erzählt der 54-jährige Produktentwickler.

Wüstenhagen wünscht sich, künftig auch früher in Bauprojekte eingeweiht zu werden: „In dem Zuge muss ein Radverkehrskonzept entwickelt werden.“ Das würde der Stadt Geld sparen, ist sich der Allendörfer sicher: „Bei der Sanierung der Brücke vor Allendorf wurde wegen des Radweges mehrfach umgeplant - das hätte man deutlich günstiger haben können.“

Mann der klaren Worte

Auch im Bereich des Kreisels im Wieragrund sei noch nicht klar, welche Lösung für Radler realisiert würde. „Zunächst sollte ein Zweirichtungs-Radweg angelegt werden, aber dafür ist die Strecke zu lang, das wäre viel zu riskant“, beurteilt Ulrich Wüstenhagen. Der 54-Jährige ist für klare Worte: „Das Ganze schön zu reden, hilft keinem. Hier muss man mal schonungslos sagen, was Sache ist.“

Den Schwalm- und den Bahnradweg schätzt Wüstenhagen als „Riesenchance“ für die Region ein. „Allerdings entsprechen die Wege des Schwalmradweges teilweise nicht den Qualitätskriterien eines touristischen Radweges“, sagt er. Am Bahnradweg, der bis Ende des Jahres bis Treysa fertig sein soll, fehle noch ein wenig Infrastruktur entlang der Strecke. „Aber das kann sich entwickeln“, ist Wüstenhagen überzeugt. „Je mehr Radfahrer es hier gibt, umso mehr wird für die Wege auch getan. Ich sehe das neue Ehrenamt als Chance.“ (zsr)

Quelle: HNA

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