Attacke mit Cricketschläger und Messer

Drei Jahre Bewährung für Asylbewerber

Schwalmstadt. Aus religiösen Gründen soll ein 27-jähriger Pakistani einen Landsmann im Asylbewerberheim am Harthberg in Treysa beim Beten mit einem Cricketschläger attackiert und mit einem Messer bedroht haben. Jetzt musste sich der Asylsuchende vor dem Strafrichter am Amtsgericht verantworten.

Wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung verurteilte das Gericht den Pakistani zu einer siebenmonatigen Freiheitsstrafe. Die Strafe ist zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt. Der 27-Jährige muss 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Zehn Zeugen, darunter ehemalige Mitbewohner des Geschädigten sowie Mitbewohner des Angeklagten und drei Polizeibeamte aus Schwalmstadt, sagten im Verlauf der zweieinhalbstündigen Verhandlung zu den Ereignissen aus, die sich im April in demWohnheim abgespielt hatten. Ein Dolmetscher übersetzte.

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe. Zwar habe es eine Auseinandersetzung zwischen ihm und seinem Landsmann gegeben, räumte er ein, jedoch sei diese nicht religiös motiviert gewesen und habe sich nicht im Zimmer des Geschädigten, sondern in der Küche des Wohnheims ereignet. Wegen der Nutzung der Herdplatten sei er dort am späten Abend mit seinem Landsmann aneinandergeraten, bevor man sich gegenseitig geschubst habe. In der Nacht seien er und seine Mitbewohner von der Polizei geweckt worden. Beim Geschädigten habe man zu diesem Zeitpunkt keinerlei Verletzungen feststellen können. Auch habe er nichts von einem Cricketschläger und einem Messer berichtet. Der Angeklagte warf dem Geschädigten vor, er habe die Geschichte erst später erfunden.

Er sei nach Deutschland gekommen, weil er in seiner Heimat religiös verfolgt werde, berichtete der Geschädigte. Aufgrund seiner Religion sei er auch in Treysa schikaniert worden. Als er am Abend habe beten wollen, habe dieser gesagt, es sei nicht die Zeit zum Beten, er solle das Licht ausmachen. Irgendwie habe sein Mitbewohner den Angeklagten verständigt. Dieser sei ins Zimmer gekommen und habe ihn mit dem Cricketschläger geschlagen und gewürgt, Mitbewohner seien dazwischengegangen. Der Angeklagte sei aus dem Zimmer raus, mit einem Messer wiedergekommen und habe ihn damit bedroht. Auch habe er ihn mit einer Wasserflasche beworfen.

Aufgrund der Zeugenaussagen sah das Gericht die Vorwürfe gegen den Angeklagten bestätigt. Die Polizei war vom Geschädigten alarmiert worden. Weil er angab, um sein Leben zu fürchten, wurde er in das Asylbewerberheim in Homberg verlegt. Bei der Vernehmung durch die Polizei wies er Kratzer am Hals auf.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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